Neues Buch erschienen

Die neue Spiritualität – Wohin führt die mystische Reformation?
Apologetische Reihe, Teil 2

Arnoldzwahlen_EbookGegenwärtig befindet sich die Christenheit in einem spirituellen Umbruch in einem Ausmass, wie dies seit der Reformation nicht mehr geschehen ist. Es ist daher an der Zeit, die Hintergründe, Praktiken und Auswirkungen der kontemplativen Spiritualität mit ihren Abgründen und Gefahren offenzulegen. Gleichzeitig soll aufgezeigt werden, dass die Bibel als offenbartes Wort Gottes weiterhin eine sichere Grundlage für einen gesunden, freudigen und segensreichen Glauben ist und dass heute mehr denn je eine neue Erweckung und Reformation hin zum Glauben der ersten Apostel und den Lehren Jesu benötigt wird. Hier eine Leseprobe von 23 Seiten. Dieses Buch mit 250 Seiten kann unter Amazon.de als Taschenbuch oder als E-Book bezogen werden. Grosse Einführungsaktion auf alle meine Bücher.

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Vom Missbrauch zu gesunden Beziehungen

Psalm 35,1-3. 15-17; Psalm 43, 1
Ich möchte heute mit dieser Predigt die Themenreihe „inneres Wachstum“ fortsetzen.
In den USA wurden vor Kurzem hunderte neuer Fälle von Kindesmissbrauch durch katholische Priester aufgedeckt. So wurde zum Beispiel ein Junge von einem Priester gezwungen, nackt den gekreuzigten Jesus darzustellen. Einer der höchsten Würdenträger der US-Kirche, der ehemalige Kardinal McCarrick soll über seine gesamte Dienstzeit sexuelle Beziehungen zu jungen Männern unterhalten haben. Er darf das Priesteramt nicht mehr öffentlich ausüben. Die Wut der Gläubigen Katholiken in den USA ist gross. Einige fordern inzwischen, dass alle Bischöfe gemeinsam zurücktreten sollen.
Dieses krasse Beispiel macht deutlich: Diese Welt ist ein gefährlicher Ort zum Leben. Satan geht herumgeht, um Herzen zu brechen, Gefühle abzutöten und Vertrauen zu verraten.
Heute wollen wir uns daher die Frage stellen:
1. Was kann man tun, um zuverhindern, dass Mitmenschen oder wir selber Grenzen überschreiten und andere Menschern missbrauchen?
2. Wie können missbrauchte Menschen Heilung finden?
Gott heilt zerbrochene Herzen
Was ist Gottes Einstellung zu diesem Thema?
• Unser Gott ist ein unendlich bamrherziger Vater.Was immer er tut, ist stets zu unserm Besten. Er hat einen dreifachen Plan um alle schrecklichen Dinge dieser Welt zu beseitigen. Dazu gehört auch der Missbrauch von Menschen.
Der Erste Teil des Planes dient dazu, unsere traurige Vergangenheit zu breinigen. Durch das Opfer am Kreuz hat er alle unsere Schuld bezahlt. Unsere Rechnungen sind beglichen. Es gibt nichts mehr abzubezahlen. „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden haben“ Jesaja 53,5
Der zweite Teil sorgt dafür, dass wir die Herausforderungen des gegenwärtigen Lebens bewältigen können.
• Aus dem himmlischen Heiligtum schickt er seine Engel, um uns in aller Not beizustehen. Er schickt den Heiligen Geist, um seine heilende Liebe in unsere verletzten Herzenzu senden und uns von jeder Lieblosgigkeit zu heilen.
• Gottes Kinder werden zwar oft missverstanden und missbraucht. Dennoch sind sie mit Jesus Sieger im Kampf gegen das Böse. „Sie haben ihn überwunden durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses.“ Off. 12,11
Im dritten Teil seines Planes sorgt aber für unsere Zukunft. Er wird bald wiederkommen, um uns in die ewige Herrlichkeit zu führen. Aber eines Tages hört das alles auf, was durch die ersten zwei Phasen noch nicht beseitigt werden konnt. Jesus sagte: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um jeden nach seinen Werken zu belohnen.“ Off. 22,12
Darum können wir nun sagen: Das Thema Missbrauch ist belastend. Es gibt jedoch keine Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in welcher seine heilende Liebe nicht wirksam ist. Es gibt, keinen Umstand und keinen Raum in unserem Leben, den Jesus nicht heilend, tröstend, erfüllen kann und will. Niemand der hier sitzt, ist davon ausgeschlossen. Glaubt ihr das? Lob und Preis sei ihm dafür.
Diese Welt ist ein gefährlicher Ort
Trotz Gottes Güte ist es eine Tatsache, dass viele von uns in diesem Leben vielerlei Leid und Schmerz erfahren. Der erste Missbrauch geschah schon bald nach dem Sündenfall: Kain war eifersüchtig gegen Abel. Sein Zorn führte Gewalt und schliesslich zum Tod seines Bruders.
Seither ist die Welt ein unsicherer Ort. Wir verriegeln die Häuser, die Autos und die Herzen, um nicht wie Abel missbraucht zu werden. Der Geist Kains hat diese Welt durch alle Jahrhunderte bis heute tief geprägt.
Aberwertungen, Respektlosigkeiten, Betrug, Schamlosigkeit, grobes Benehmen gehören zum Alltag. David klagt in den Psalmen worttreich darüber. Das Internet und die Zeitungen berichten heute täglich davon. Bibliotheken sind voller Bücher mit Geschichten davon. Ich selber habe auch einen Rucksack von Missbrauch mitbekommen.
– Ich hatte zweimal Chefs, von denen ich seelisch missbraucht wurde. Der eine war jähzorniger Typ. Was ich als Lehrling falsch machte, führte bei ihm stets zu einem Ausbruch von Fluchworten. Er missbrauchte mich verbal.
– Der andere Chef hatte einen Kontrollgeist. Er kritisierte alles, was ich von mir aus machte, ohne ihn vorher im Detail zu informieren.
– Geistlicher Missbrauch ist eine schreckliche Sache. Mein Burder ist heute religiös traumatisiert, weil mein Vater die Bibel gelesen hatte, um meiner Mutter zu sagen, was sie alles falsch macht.
Man kann sagen: Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des Missbrauchs von Menschen. Die Unmenschlichkeit des Menschen gegen seine Mitmenschen ist seine grösste Sünde, sagte E.G.White treffend.
Und es wird nicht besser werden. Je näher wir dem Ende der Zeit kommen, wird es immer noch schlimmer. „Die Liebelosigkeit wird überhandnehmen, sagte Jesus voraus (Mat. 24,13)
Wie hilft uns unser Herr in seinem Wort damit umzugehen?
Ich erinnere mich aber auch an Umstände bei denen ich selber ein Täter wurde und selber andere missbraucht habe. Ich wollte ich könnte das rückgängig machen. Aber das geht leider nicht.

Missbrauch erkennen
Es ist zunächst einmal wichtig diese Dinge genau zu erkennen. Vieles davon läuft nämlich im Untergrund ab. An manche Verhaltensmuster haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir sie nicht mehr als Missbrauch erkennen. Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Missbrauch:
1. Typ A: Passiver oder Vernachlässigungs-Missbrauch. Das ist Missbrauch durch nicht Beachten von Grundbedürfnissen.
• Es gibt Eltern die ihren Kindern keine Wertschätzung oder Liebe zum Ausdruck bringen. Sie drücken sie nie. Sie sagen kaum nette, liebevolle Worte. Andere versorgen ihre Kinder nicht ausreichend mit Essen und sauberen Kleidern.
• Andere setzen ihren Kindern keine Grenzen. Sie fördern ihre Talente nicht. Sie verwöhnen sie stattdessen und bewahren sie vor jeder grösseren Herausforderung.
Dass diese Dinge ebenfalls eine Art von Missbrauch sind und seelischen Schaden zufügen, denkt man oft nicht.
2. Typ B: Aktiver Missbrauch.
Dazu gehören vier Formen: 1) verbaler Missbrauch, 2) körperlicher Missbrauch, 3) sexueller Missbrauch und 4) religiöser Missbrauch.
• Verbaler Missbrauch geschieht durch erniedrigende Worte welche die Würde oder den Selbstwert eines anderen herabsetzt. Dann gibt es noch eine subtilere Form der psychologischen Manipulation. Das beinhaltet andere einzuschüchtern, abzusondern oder zu kontrollieren.
Zu körperlichem Missbrauch gehören alle Arten von groben Behandlungen wie zum Beispiel das Schlagen und Haare reissen.
Zum sexuellen Missbrauch gehört alles, was das Schamgefühl verletzt. Das fängt bei unpassenden Bemerkungen und Berührungen an. Kinder sehen manchmal Dinge, die es nicht sehen sollten. Schliesslich gehören natürlich dazu auch sexuelle Handlungen.
Schliesslich gibt es auch den religiösen Missbrauch. Manchmal wird der strafende Gott als Druckmittel benutzt. Andere benützen Bibeltexte und Ellen White Zitate, um ihre Meinung durchzusetzen. Andere behaupten, Gott habe ihnen Dinge direkt gesagt, die man nun glauben müsse.
Wie geht man damit um? Das ist wichtig zu wissen, denn in unserer sündigen Welt werden wir früher oder später Täter oder Opfer Missbrauch werden.
Eines ist klar: Jesus hat eine Lösung für jedes einzelne dieser Probleme. Er ist der beste Seelenarzt. Gott ist kein Missbraucher der Missbraucher in Ewigkeit missbraucht. In seiner Nähe werden alle heil, missbrauchte Opfer und missbrauchende Täter. Gott liebt sie alle bedingungslos.
Wir sind kein kaputte, wertlose Ware, die einfach weggeworfen werden muss. Vielleicht sind wir seelisch belastet und geschädigt. Dennoch sind wir wertvoll, so wertvoll, dass Gott seinen Sohn für uns hingab. Jesus ist der Preis, den unser Wert zum Ausdruck bringt.
Viele seiner Verheissung gelten daher besonders für missbrauchte Menschen. Es ist nie gefährlich ihm unser Herz unseren Schmerz zu eröffnen. Wo immer eine eiternde Wunde ein bohrender Schmerz oder ein unsagbares Leid mit ihm in Berührung kommt, gibt es Heilung.
Er wartet nur liebevoll und geduldig darauf, unsere unheimliche, unsagbare Not zu heilen. Seine schöpferische Kraft führt dazu, dass traumatischste Wunden des Missbrauchs geheilt werden können.

Schritte zur Heilung von Missbrauch
Wie können wir mit ihm so zusammenarbeiten, dass er seine heilende Wirkungen entfalten kann? Damit seine heilende Kraft wirksam werden kann, müssen wir ihm als erstes unsere Herzenstüren öffnen. Denn er zwingt sich niemals auf. Ich möchte vier Punkte aufzählen:
1. Wir müssen lernen, unseren Schmerz mit ihm teilen, statt ihn zu verleugnen. Es gibt Menschen, die ihre Not erst direkt mit Gott im Gebet besprechen müssen, bevor sie sich einem Menschen zu äussern wagen. Andere müssen erst mit jemandem reden, ehe sie sich trauen, das ganz zu Gott vorzubringen. Wie immer auch. Wichtig ist, dass wir als erstes unsere Not zu Gott bringen.
Wir können ein schönes Tischtuch über einen stinkenden Abfallhaufen werfen. Damit scheint das Problem gelöst. Aber nur für kurze Zeit. Der Gestank bleibt. Eines Tages dringt der Schmutz durch das schöne Tischtuch.
Oft zeigt er sich irgendwann später durch körperliche Leiden und Verspannungen, dass ein schweres ungelöstes Problem vorhanden ist. Darum ist es viel besser 1. Petrus 5,7 sobald wie möglich zu Herzen zu nehmen: „Alle Sorgen auf ihn werfen, denn er sorgt für euch“.
2. Ehrliche nüchterne Bestandesaufnahme, statt damit Aufmerksamkeit zu gewinnen. Einige neigen dazu, alles Leid in sich zu vergraben. Andere machen genau das Gegenteil. Sie reden ständig davon und können nicht damit aufhören. Sie meinen, damit Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu gewinnen. Dadurch wird das Problem aber nur grösser als es in Wirklichkeit ist. Zudem wird ihnen mit der Zeit niemand mehr zuhören wollen. Darum braucht es eine ehrlich Bestandesaufnahme ohne Übertreibung.
3. Dem Täter vergeben lernen, statt nachzutragen: Es ist oft sehr schwer einem Täter zu vergeben. Oft verfallen wir in Selbstmitleid. Selbstmitleid ist der negative Stolz eines verwundeten Menschen. Der führt dann zu Hass, Rachsucht und Bitterkeit. Es ist ein Wunder der Güte Gottes, wenn Vergebung möglich ist. Aber es ist noch viel schwieriger mit einer Bitterkeit und einer depressiven Grundstimmung zu leben. Darum wollen wir an Kolosser 2,10 denken: In ihm (in Jesus nicht in unserem verletzen Herzen) haben wir die Fülle, das heisst, sind wir vollständig wiederhergestellt.
4. Sich selbst und den anderen Menschen so anzunehmen wie Gott uns annimmt. Wer missbraucht wurde, dessen Selbstwert leidet stark. Satan möchte Gottes Bild in uns zerstören. Darum ist es wichtig, dass wir lernen uns selbst aus seinem Blickwinkel zu betrachten. Wir müssen aufhören uns selbst zu erniedrigen und zu verachten. Jesus liebt uns und wir sollen lernen uns auch zu lieben.

Das Hingabegebet
Wenn wir uns bereit fühlen, kann das nachfolgende Gebet helfen, die Not zu Jesus zu bringen. Er wird seine heilende Kraft anwenden, wenn wir das tun:
Gebet: Herr ich habe erkannt, dass gegen mich emotionaler /körperlicher /sexueller /geistlicher Missbrauch verübt wurde. Ich habe mich entschieden, dieser Person zu vergeben. Sie hat mich dadurch in Gefühle der —- geführt. Ich bin bereit diese Person von der Schuld gegenüber mich zu entlassen, die ich ihr gegenüber gefühlt habe. Die Person hat keine weiteren Verpflichtungen mir gegenüber. Ich übertrage von ganzem Herzen allen Schmerz und alle negativen Konsequenzen, die ich durch diesen emotionalen Missbrauch erlitten habe, zu dir, meinem Erlöser.
Danke dass du mich von allem Schmerz und allen Konsequenzen befreit hast. Ich bitte dich, dem Feind jede geistige Grundlage weg zu nehmen, die ich ihm durch den Missbrauch und die Bitterkeit in meinem Herzen gewährt habe. Ich übergebe mein Herz vollständig deiner Kontrolle. Danke, dass du mein Herz gereinigt und befreit hast. Im wertvollen Namen Jesu.
In Matthäus 24 sagt Jesus voraus, dass müssen in Zukunft kleinere und grössere Angriffe erfahren werden. Wer seine Missbrauchserfahrungen konstruktiv zu bewältigen lernt, ist darum gut vorbereitet, der Wiederkunft des Herrn entgegen zu gehen. „Seid Geduldig und stärkt eure Herzen, mahnt Jakobus darum, denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe.“ Jakobus 5,8-11.

Wie reagiert man auf Missbraucher?
Das eine ist es, als Opfer des Missbrauchs seelisches Leid konstruktiv zu bewätligen. Es ist aber auch wichtig, einem Angreifer konstruktiv zu begegnen. Berater empfehlen fünf Möglichkeiten, wie man gegen Missbraucher reagieren kann:
1. Erforsche die Taktiken des seelischen Missbrauchs und lerne, dich durchzusetzen. Seelische Gewalt wird oft als Taktik eingesetzt, um dich zu manipulieren und Macht über dich auszuüben. Wenn du versuchst, dich zu erklären hat der Angreifer schon gewonnen. Darum erkläre nichts! Weise den Angriff direkt ab.
2. Setze gesunde Grenzen. Wir dürfen keine Angst davor haben, uns gegen Missbrauch zu wehren oder Grenzen zu setzen. In manchen Fällen wird verbaler Gewalt am besten mit entschiedenen Aussagen begegnet, wie „Hör auf damit!“, „Sprich nicht so mit mir!“, „Schrei mich nicht an!“,
3. Bewahre deine Selbstachtung. Wer missbraucht wird fühlt sich dabei sehr schlecht. Mache dir bewusst, dass es nicht deine Schuld ist. Die Bibel enthält viele Verheissungen, wie kostbar du für Gott bist. Behalte deine Würde!
4. Suche Hilfe bei einem fachkundigen Berater. Wenn du in akuter Gefahr bist, ruf die Polizei oder die Notrufnummer an. Wenn das nicht der Fall ist, wende dich an eine vertrauenswürdige Freundin oder ein Familienmitglied. Manchmal hilft ein Therapeut oder eine Beratungsstelle für Missbrauch und Gewalt in Familien. Einem Täter in einer langjährigen Beziehung entgegen zu treten, kann schwierig werden. Oft benötigt man daher die Hilfe und Bestätigung einer Gruppe, eines Therapeuten oder Beraters, um sich fortwährend gegen Missbrauch zu wehren.
5. Bitte Gott um Trost, Heilung und Weisheit. Der Heilige Geist ist unser Tröster und wird uns in alle Wahrheit und Weisheit leiten. Er kann unser Herz mit Gottes Liebe auf eine heilende Weise erfüllen. Er kann uns lehren, welche Worte wir sprechen und welche Handlungen wir setzen sollten.

Abigail oder Nabal
Der Bericht von Nabal und seiner Frau Abigail ist ein gutes Beispiel dafür. Es zeigt wie konstruktiv mit Missbrauch umgehen kann. Wir lesen in 1. Samuel 25,2-38:
„Ein wohlhabender Mann aus Maon hatte Grundbesitz in Karmel. Er besaß 3.000 Schafe und 1.000 Ziegen, und er war gerade dort, weil es die Zeit der Schafschur war. Der Name des Mannes war Nabal. Seine Frau Abigajil war eine kluge und schöne Frau. Doch Nabal, ein Nachkomme Kalebs, war grob und unehrlich. (Verse 2-3)
Als David in der Wüste hörte, dass Nabal seine Schafe schor, schickte er zehn seiner jungen Männer nach Karmel. Sie sollten Nabal von ihm Grüße ausrichten und ihm sagen, dass sie seine Schafe behütet hätten
,Wer ist dieser David?‘, spottete Nabal. , Er ist nur ein blöder weggelaufener Knecht. Die Boten kehrten zu David zurück und berichteten ihm alles. ,Holt eure Schwerter!‘, sagte David. Wütend wollte er Nabal für diese Schmach umbringen.
In der Zwischenzeit berichtete einer der Knechte Nabals Abigajil der Frau Nabals, was vorgefallen war. Abigajil verlor keine Zeit. Schnell nahm sie eine Menge Lebensmittel. Sie lud alles auf einige Esel und ging David entgegen.
David ergoss seine Wut gerade in eine Schimpftirade und war dabei aus Rache einen weiteren Missbrauch zu vollziehen. Er sagte: Gott soll mich strafen, wenn ich bis morgen Früh von allen seinen Leuten auch nur einen, der gegen die Wand pinkelt, am Leben lasse!‘
Abigajil sprach ganz offen mit David. Sie sagte ganz offen. Ja, mein Mann Nabal ist leider ein Narr, wie schon sein Name sagt. Aber bitte bringe nicht unschuldige Menschen mit ihm ums Leben. Ich weiss, Gott hat dich zum Herrscher über Israel gemacht Aber bitte lass Gott richten. David war von Abigails Worten tief beeindruckt und liess von seinem Plan ab.
„Als Abigajil zu Nabal zurückkam, feierte er gerade in seinem Haus ein großes Festmahl, das dem eines Königs entsprach. Er war bester Laune, aber völlig betrunken, deshalb erzählte sie ihm bis zum nächsten Morgen nichts von ihrer Begegnung mit David. Am anderen Morgen, als er wieder nüchtern war, erzählte sie ihm, was geschehen war. Daraufhin erlitt er einen Schlag und wurde völlig gelähmt. Etwa zehn Tage später ließ der Herr ihn sterben.“ (1.Samuel 25,2-38 NLB)
Nabal (dessen Name „der Törichte“ bedeutet) war ein verbaler Missbraucher. Offensichtlich redete Nabal nicht nur gegen David, sondern auch gegen seine Leute verletzend. Der Knecht betont, dass niemand mit ihm sprechen kann. Nabal war nicht nur seiner Dienerschaft gegenüber emotional gewalttätig war, sondern auch gegenüber seiner Frau. Alle schienen einen Weg gefunden zu haben, ihn und seine Beschimpfungen zu vermeiden, indem sie ohne ihn Entscheidungen trafen.
Später nimmt Abigail die Schuld auf sich und entschuldigt sich bei David wortreich für die Dummheit ihres Mannes. Das lässt darauf schliessen, dass sie immer wieder Leute beschwichtigen musste, welche durch die verbalen Wutausbrüche Nabals erzürnt worden waren.
Mit dem Geist Gottes erfüllt, begegnet Abigail David mit freundlichen Worten und „Geschenken“. Ihre Worte bringen Frieden, verleihen Gnade. Sie ermutigen und stärken den Hörer. Das bestätigt David selbst (Vers 33). Schliesslich griff Gott ein und klärte das Problem endgültig.
Menschen wie Abigail werden heute gesucht. Sie leben in Umständen mit Missbrauch und lernen doch damit konstruktiv umzugehen. Ellen G. White schreibt in The Signs of the Times, Nov. 14, 1892, dass diese Art Weisheit in Familien und Gemeinden dringend benötigt wird:
„In vielen Familien herrscht ein großer Mangel daran, sich gegenseitig Zuneigung auszudrücken. Sentimentalitäten sind unnötig, aber es ist wichtig, die Liebe und Zärtlichkeit auf eine keusche, reine und würdige Weise zum Ausdruck zu bringen. Manche pflegen absichtlich eine Herzenshärtigkeit, die in Wort und Tat die satanische Seite des Charakters offenbart. Zärtliche Liebe sollte immer zwischen Ehemann und Ehefrau, Eltern und Kindern, Brüdern und Schwestern gepflegt werden. Jedes übereilte Wort sollte aufgehalten werden, und nicht einmal der Anschein eines Mangels an gegenseitiger Liebe sollte sichtbar werden. Es ist die Pflicht eines jeden Familienmitglieds, zur angenehmen Atmosphäre beizutragen und freundlich zu sprechen.“
Gott helfe uns, dass wir nicht nur Missbrauch erkennen und bekämpfen, sondern das Gegenmittel, Gottes Liebe und Weisheit beständig pflegen. Denn das ist es, woran die Welt erkennen wird, dass wir wahre Jünger Christi sind.
AZ 27.8.2018

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Vom Schuldeneintreiben zum Schuldenerlassen

Text: Matthäus 18,23-35:

Ein König beschloss eines Tages eine Revision seiner Konten zu erstellen. Dabei stellte er fest, dass einer seiner Verwalter ihm 10 Zehnter Silber schuldig war. Das sind umgerechnet etwa 25 Millionen Franken. Andere Kommentatoren sprechen von 600 Millionen. Jedenfalls war es damals eine beträchtliche Summe. Der Knecht oder Staatsbeamte konnte seine Schuld also niemals abbezahlen.

Als er vor den König trat, fiel er auf die Knie und bat um Gnade: Bitte, hab Geduld mit mir. Ich bezahle Dir meine Schuld zurück. Hab nur noch etwas Geduld“. War das eine realistische Bitte? Auf keinen Fall.

Aber der König hatte Erbarmen mit ihm, liess ihn frei und gab ihm Zeit, seine Schuld abzuarbeiten. – Falsch, er gab ihm keine Sekunde mehr Zeit. Er erliess ihm die Schuld von 25 Millionen Franken auf einen Schlag. Er erhielt keinen Aufschub, sondern einen vollständigen Erlass seiner Schuld.

Der gute Mann aber hatte offenbar nicht richtig hingehört. Denn jetzt machte er sich an die Arbeit, sein Geld einzutreiben. Draussen traf er einen Kollegen, der ihm 100 Silbergroschen oder Dinare schuldig war. Ein Silbergroschen ist ein Tageslohn. Es war also gar nicht so wenig.

Er bedrohte den Kollegen und verlangte sofortige Rückzahlung. Weil er nicht zahlen konnte, liess er ihn ins Gefängnis werfen. Zur damaligen Zeit, war es von rechts wegen üblich, Leute zur Strafe für unbezahlte Schulden ins Gefängnis zu werfen oder als Sklaven zu verkaufen. Vom Recht und Gesetz her gesehen, war sein Handeln nicht falsch.

Aber der König war damit nicht zu frieden. Als er davon hörte rief er ihn zu sich: „Was habe ich da gehört. Ich habe dir deine grosse Schuld erlassen und war dir gnädig und jetzt gehst du hin und forderst gnadenlos die Schulden deines Kollegen ein.“

Die Reaktion des Königs scheint krass (Vers 34-35): „Er warf ihn den Peinigern oder Folterknechten hin, bis seine Schuld gesühnt war.“ Das heisst, er erhielt lebenslange Haft. Jesus kommentiert die Geschichte und erklärt: „So wird euch mein himmlischer Vater auch tun, wenn ihr nicht euren Brüdern von Herzen vergebt.“

Die Bedeutung des Gleichnisses kann man leicht erraten. Der König stellt Gott dar. Jesu Opfer am Kreuz ist der Preis, den Gott für unsere Schuld bezahlt hat, um unsere grosse Schuld zu sühnen. Wir sind jetzt frei. Uns ist vergeben. Natürlich sind wir dankbar. Darum feiern wir heute Abendmahl. Aber die Frage ist, die Jesus durch das Gleichnis stellt ist, was machen wir im praktischen Leben aus diesem Privileg?

Der himmlische Vater erwartet Vergebung. Aber nicht nur formelle Vergebung, sondern Vergebung von ganzem Herzen und das unter Androhung von Strafe. Gegenüber Schulden die Menschen bei Gott aufgehäuft haben, scheint Gott unendlich barmherzig zu sein. Aber gegenüber Unrecht, das jemand seinem Bruder nicht vergibt, erscheint Gott gnadenlos zu sein. Warum ist er hier barmherzig und dort so streng?

Gerechtigkeit muss sein?

Im Gleichnis geht der Knecht hin und würgt seinen Mitknecht, weil er ihm die Schuld nicht bezahlen kann. Eigentlich hatte der Knecht in diesem Fall das Recht auf seiner Seite. Schuld musste doch gesühnt und bezahlt werden.

Wo kämen man hin, wenn Unrecht nicht mehr bestraft würde und jedem Übeltäter die Schuld ohne Konsequenzen erlassen würde? Am Ende würde die Ordnung zerfallen und wir würden nach Strich und Faden ausgenützt und betrogen. Darum ist es doch besser, den Anfängen zu wehren und hart durchzugreifen.

Ja, Gott kann es sich leisten gnädig sein. Das erwartet man ja auch von einem guten Gott, dass er mit den armen Sündern gnädig ist. Aber hier auf Erden können wir mit diesem Grundsatz nicht überleben. Ohne Recht, Gesetz und Strafe geht einem das Ruder aus der Hand! Oder etwa nicht?

Tatsächlich dreht sich ein grosser Teil unseres Denkens, Redens und Handelns im Alltag um Recht und Ordnung, Schuld und Sühne. Das ist uns oft gar nicht so richtig bewusst. Sogar bei Kleinigkeiten.

Man merkt das zum Beispiel daran, was Leute sich so alles an den Kopf werfen: Da heisst es zum Beispiel bei privilegierten Sitzplätzen: „Das ist mein Platz, ich war zuerst da.“ Beim Anstehen am Schilift oder and er Kasse ärgert sich jemand und sagt: „Bitte nicht vordrängen.“ Damit berufen sich die Leute auf Anstandsregeln.

Sogar beim Streiten ist man sich einig, dass es gewisse Verhaltensregeln gibt. Uneinig ist man nur darüber, welche der Regeln in einem bestimmten Fall gerade zutrifft. Ob unter Kindern oder Eheleuten, ob in Gemeinden oder Nationen – allen ist klar. Es gibt ein allgemeingültiges Recht. Das kommt daher, dass der Schöpfer ein moralisches Rechtsempfinden tief in unsere Seele eingraviert hat.

Darum empören wir uns zutiefst über Ungerechtigkeiten. Konflikte enden aus diesem Grund meist erst nach einer Ent-schuldig-ung. Darum gibt es starke Erwartungen von Sollen und Müssen. Wenn die vereinbarten Abmachungen missachtet werden, fühlt man sich tief verletzt. Unsere Seele hat erst wieder Ruhe, wenn die Schuld abbezahlt und gesühnt ist.

Wenn das aber nicht geschieht, ja dann setzt sich ein innerer Mechanismus in Gang, den ich als inneren Schuldeneintreiber bezeichnen möchte. Er treibt uns an, dafür zu kämpfen, bis die Schuld bezahlt und das Recht wiederhergestellt ist.

Manchmal werden Leute von diesem inneren Schuldeneintreiber so geplagt, dass sie nicht mehr schlafen können. Andere leiden, werden depressiv oder sogar krank.

Als ich noch ein Jungendlicher war, war ich immer wieder erstaunt, wie viele ältere Leute über irgend etwas oder irgend jemanden verbittert waren. Ich dachte mir, das wird mir nie passieren. Ich werde dem konsequent aus dem Weg gehen.

Aber seit ich den Mund etwas weiter aufgemacht habe und als Folge davon das erste Mal selber bis aufs Messer gereizt und ungerecht behandelt worden bin, weiss ich es besser. Das wirkliche Leben ist hochexplosiv. Über die Jahre kommt kaum jemand ohne Blech oder sogar Motorenschaden davon.

Darum ist es so wichtig, eine Strategie zu kennen, nicht nur um die Schuld, die wir anderen zugefügt haben, sondern auch die Ungerechtigkeiten, welche andere uns zu gefügt haben zu bewältigen. Und vor allem ist es nötig, mit dem inneren Schuldeneintreiber fertig zu werden. Andernfalls ist es fast unmöglich froh und glücklich zu bleiben, weil dann nämlich genau das geschieht, was Jesus im Gleichnis voraussagte: Der Knecht wird gefoltert und gequält, bis die Schuld abbezahlt ist, was aber dann eben nie eintritt.

Die Qual und Folter, die wir in diesem Fall erleben werden, fügen wir uns dabei nämlich selber zu. Sie beginnt heute schon und endet im Gericht vor Gottes Thron.

Was ist die Lösung dafür? Die Lösung macht das Gleichnis deutlich. Gottes Barmherzigkeit ist die Lösung. Gott hat ja durch Jesus alle Schulden liquidiert. Er hat uns nicht nur eine buchhalterische Vergebung gewährt. ER schenkt uns umfassende Vergebung als Ausdruck göttlicher Barmherzigkeit. Am Ende gibt es nichts mehr abzurechnen. Das Konto ist geschlossen, fertig!

Missverständnisse
Mir scheint aber, dass es Diener Gottes gibt, die dieses Angebot gründlich missverstehen.
Wie der Knecht im Gleichnis meinen manche, dass der barmherzige Gott nur die Gnadenfrist verlängert habe. Sie denken, Gott habe ihnen ihre Schuld nicht erlassen, sondern ihnen nur etwas mehr Zeit gegeben, um ihm ihre Schuld zu bezahlen. So gehen sie nun hin, packen ihre Nächsten, und versuchen ihre Schulden, die andere ihnen zugefügt haben, einzutreiben.

o Sie lesen zwar in der Bibel von Gottes Gnade, aber sie pflegen immer noch eine buchhalterische Beziehunge, die von Recht und Gesetz geprägt ist.
o Sie sehen überall Dinge, die nicht so sein sollten wie sie es erwartet haben und regen sich darüber auf.
o Sie leiden, dass sich andere sich nicht so verhalten, wie es recht ist.
o Sie glauben an Jesus, aber werden immer noch von ihrem inneren Schuldeneintreiber umgetrieben.

Die Arbeit geht diesem Typen leider nie aus. So viele Leute schulden uns etwas:
o Die Eltern, die uns vernachlässigten oder zu streng behandelten.
o Die Geschwister, die uns nicht halfen, als wir Hilfe brauchten.
o Der Ehepartner, der uns versprach uns zu lieben, für uns zu sorgen, aber stattdessen immer nur herumnörgelt.
o Die Kinder, die sich nicht den Erwartungen entsprechend entwickelten.
o Die Gemeinde, die uns in geistlichen Problemen in Stich liess.
o Sie alle schulden uns Zuneigung, Liebe und Bestätigung.

Manchmal würgen wir sie und versuchen die Schulden bei ihnen einzutreiben.
o Zuerst beginnt es mit anklagenden Gedanken,
o dann folgen bittere Gefühle.
o Dann fallen harte Worte und
o schliesslich werden Fakten geschaffen, damit jedem deutlich wird, was für ein Unrecht hier geschehen ist.
o Zuletzt werfen wir diese Leute für ewig in das Gefängnis unserer Vorurteile.

Er hatte sie geheiratet, weil sie gut aussah, hübsch und ordentlich war. Welch eine Enttäuschung, wenn sich dann herausstellt, dass sie die Hausarbeit schlampig erledigt, die Haare und Kleidung vernachlässigt. Du schuldest mir einen besseren Lebensstil. Bezahle, was du versprochen hast, heisst es dann unausgesprochen.

Sie hatte ihn geheiratet, weil er sich so lieb um sie kümmerte. Er schrieb ihr Liebesbriefe und telefonierte Stundenlang mit ihr. Was für ein entsetzen, als sich später herausstellte, dass er kaum zu Hause war, weil er mehr an das Geschäft dachte, als an sie. Du schuldest mir all das, was ich von dir erwartete, bevor wir verheiratet waren, klagt sie ihn an.

Es gibt viele Varianten dieses traurigen Würg-Spiels. Aber die Wahrheit ist: Wir brauchen den Schuldeneintreiber nicht mehr. Die Schulden sind längst getilgt. Sich mit Schuldeneintreiben zu beschäftigen ist reine Zeitverschwendung.

Jesus trug alle unsere Krankheit und Schuld. Aber nicht nur unsere, sondern die Schulden der ganzen Welt. Erlöste Kinder Gottes werden keine Schuldscheine mehr aufbewahren. Ihr inneres Inkassobüro ist geschlossen. Der Steuereintreiber ist entlassen. Denn Jesus Christus ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben: Frieden mit Gott, Frieden mit uns selbst und Frieden untereinander. Das ist sein Geschenk! Ist das nicht grossartig?

Wichtig ist: Er hat uns nicht nur Frieden geschenkt, weil unsere eigene Schuld vergeben ist. Wir haben auch Frieden, weil wir jetzt keine Schulden mehr eintreiben müssen. Wir brauchen nicht mehr auf Recht und Gesetz zu pochen. Christus ist unser Recht. Wir leben nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. Es gibt keine offenen Konten mehr. Die geistliche Buchhaltung ist abgeschlossen.

Mit diesem Frieden Gottes im Herzen kann man Menschen unverkrampft begegnen. Man muss vielleicht bei kantigen Charakteren etwas mehr Distanz schaffen, um nicht unnötig verletzt zu werden. Aber mit Gottes Gnade kann man auch solche Menschen annehmen und lieben wie sie sind. Das ist das Evangelium, das die Gemeinde zusammenhält. Das ist Gottes Geschenk an uns! Das wollen wir an diesem Abendmahl feiern.

Die Tests
Das zu glauben ist eine Sache. Es zu leben natürlich eine andere. Darum ist es gut, ab und zu sich selbst einwenig zu prüfen, wo man diesbezüglich steht: Es gibt drei Test, die dabei weiterhelfen. Es sind eigentlich drei Gruppen von ehrlichen Fragen:

1. Der Verstimmungstest. Gibt es jemandem dem ich grolle? Fühle ich mich immer wieder gedrungen negativ über jemanden zu denken und zu reden? Hat mir jemand etwas angetan, bei dem mir immer wieder die Galle hochkommt? Bin ich noch in der Folterkammer?
2. Der Verantwortlichkeitstest. Habe ich den Eindruck, dass man mir nicht das gegeben hat, was man mir schuldet, seien es die Eltern, Gott, die Gemeinde oder ein Bruder? Haben andere mich zu dem gemacht haben, was ich jetzt bin? Lebt mein Schuldeneintreiber noch?
3. Der Erinnerungs- und Reaktionstest. Wie reagiere ich, wenn mich jemand an eine Person erinnert, die an mir schuldig wurde? Wie reagiere ich auf einen Kollegen, Vorgesetzten, Nachbarn oder ein Gemeindeglied, das dir wiederholt unrecht getan hat? Fühle ich mich immer noch als Opfer?

Jesus Christus wurde erwürgt, damit wir nicht mehr würgen müssen. Er wurde für uns schuldig, damit wir nicht mehr Schulden abbezahlen und auch keine mehr eintreiben müssen. Er wurde für uns verletzt, damit unsere Wunden geheilt werden können.

Bereits Joseph hatte dieses Angebot angenommen. Er war von seinen Brüdern nach Aegypten verkauft worden. Aus der Sicht der Brüder war das damals völlig in Ordnung. Er war doch in ihrer Schuld, denn er hatte ja mehr Recht beim Vater erhalten als sie alle. Damit hatte er sich bei ihnen schuldig gemacht. Das musste jetzt ausgeglichen werden.

Um ihre Schuld einzutreiben, verkauften sie ihn als Sklaven. Damit fügten sie ihm aber neues Unrecht zu, das nach Sühne schrie.

Jahre später kamen die Brüder nach Aegypten, weil eine Hungersnot ausgebrochen war. Sie waren sich ihrer Schuld völlig bewusst, als sie Joseph wiedersahen. Wie reagierte Joseph? Stieg ihm die Galle hoch? Trieb er nun die Schuld bei ihnen ein?

„Fürchtet euch nicht, ihr gedachtet es böse zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ Joseph war mit ihnen versöhnt. Er lebte aus der Vergebung, darum konnte er ihnen vergeben und sie annehmen wie sie waren, auch wenn sie gar nichts in Ordnung gebracht hatte. So brach er den Teufelskreis des Schuldeneintreibens.

Corrie ten Boom, die auch viel Unrecht im Konzentrationslager erlitten hatte, schreibt zwei bemerkenswerte Sätze zu diesem Thema: „Vergebung ist der Schlüssel, der die Handschellen des Hasses aufschliesst. Vergebung ist die Macht, welche die Kette der Bitterkeit und die Fesseln der Selbstsucht aufschliesst.“

Gott helfe uns, dass wir…
1. Diese Wahrheit durch unsere Gedanken, Worte und Taten heute und in Zukunft bezeugen können.
2. Den elenden Schuldeneintreiber in uns endgültig entlassen und nie mehr zurückholen.
3. Unter Gottes Barmherzigkeit und Gnade und nie mehr unter dem Gesetz und in der Folterkammer leben müssen.

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Bethanien, Jesu Heim in dieser Welt

Textlesung: Lukas 10,38-39

Als Christus auf diese Welt kam, wurde er, wo immer er auftauchte, abgelehnt. Das begann bereits bei seine Geburt. Der ganze Ort Bethlehem schloss die Tür vor ihm. Darum wurde er in einem Stall, geboren.

Aber selbst da konnte er nicht bleiben. Als die Behörden davon erfuhren, wollten sie ihn töten. So floh er mit seinen Eltern aus Bethlehem nach Aegypten.

Später wuchs er in Nazareth auf. Als er mit rund 30 Jahren seinen Dienst begann, wurde er von seinen eigenen Leuten in Nazareth abgelehnt und fast ermordet.

Die religiösen Leiter in Jerusalem lehnten ihn ebenfalls ab. Wir erinnern uns, wie er über die Stadt weinte, weil sie ihn verachteten.

Kurz gesagt, der Herr hatte auf dieser Erde keine wirkliche Heimat. Der Schöpfer des Universums, von dem alles Leben herkommt, war auf seiner Erde unwillkommen. «Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf» steht als Leitspruch über seinem Leben ganz am Anfang des Johannesevangeliums. (1,11)

Aber es gab eine Ausnahme. An einem ganz besonderen Ort war Jesus stets willkommen. Das war das kleine unbedeutende Bethanien – wörtlich «Armenhausen». Bethanien ist ein Dorf etwa zweieinhalb Kilometer von Jerusalem entfernt.

Nachfolgend möchte ich mit euch eine kleine Studie machen, was Bethanien für Jesus bedeutet hat und was das für uns im übertragenen Sinn bedeuten kann.

  1. In Bethanien war Jesus stets willkommen.

Lukas 10,38: «Martha nahm ihn in ihr Haus auf.»

Im Gegensatz zu vielen anderen Orten, war Jesus in Bethanien im Heim von Martha, Maria und Lazarus herzlich willkommen. Martha wird hier als Hausherrin beschrieben, die offenbar die Entscheidung traf, Jesus einzuladen. Gewöhnlich ist in orientalischen Familien, der Vater oder der Bruder Hausherr. Die Frauen werden in einer Familiengeschichte selten erwähnt, ausser es sind ganz aussergewöhnliche Persönlichkeiten. Martha war offenbar eine solche Persönlichkeit. Sie lud Jesus zu sich nach Hause ein.

Was bedeutet es heute und damals, Jesus bei sich willkommen zu heissen? Es bedeutet, ihm zu erlauben, Herr unseres Hauses, unseres Lebens zu sein. Ihn willkommen zu heissen heisst, auf ihn zu hören, seinen Willen zu suchen und von ihm zu lernen.

Jesus war oft bei Martha zu Gast. Wann immer er in Jerusalem zu tun hatte, hielt er sich bei seinen Freunden in Bethanien auf. Er fand dort offene Herzen und ein offenes Heim.

Ist Jesus bei uns auch so zuhause? Manche heissen Jesus nämlich nur wie einen Postboten willkommen. Postboden sind immer willkommen, besonders, wenn sie Briefe und ein Packet mitbringen. Postboten bleiben höchstens ein paar Minuten, dann gehen sie wieder. Der Bote interessiert uns eigentlich nicht, sondern nur seine Briefe und Pakete.

Ist Jesus für uns ein himmlischer Postbote? Jesus kommt nicht, um wieder zu gehen. Jesus möchte unser Freund sein. Er möchte für immer bleiben. Darf er das bei uns?

Darum wollen wir heute Jesus erneut auch hier bei uns in der Gemeinde und zuhause einladen. Nicht Jesus und noch etwas dazu. Auch nicht Jesus und weniger etwas. Jesus ganz und gar. Einverstanden? Dann sagt doch laut «Amen» dazu!

  1. Bethanien ist ein Ort wo Männer und Frauen auf ihn hören und seine Jünger sind.

Lukas 10,39: «Martha hatte eine Schwester, die hiess Maria; die setzte sich zu Jesu Füssen und hörte seiner Rede zu.»

In dieser Szene sitzt Maria mit den zwölf Jüngern im Wohnzimmer, während Martha in der Küche das Essen zubereitet. Damit übertritt Maria zwei rote Linien.

Zum ersten sass sie mit Männern zusammen. Im Orient gehören Frauen in die Küche, nicht zu den Männer ins Wohnzimmer. Aber Maria sass zu den Füssen Jesu. Das meint, sie war seine Jüngerin. Zur damaligen Zeit hatten Rabbis nur männliche Jünger. Aber Jesus war eine Ausnahme. Er war der einzige Lehrer, der auch Frauen aufnahm. Maria nützte das voll aus!

Zum Zweiten, erfüllte Maria nicht die familiären und gesellschaftlichen Erwartungen eines würdigen Gastgebers. Sie vernachlässigte ihre traditionelle Pflicht, in der Küche zu helfen und die zahlreichen ehrenwerten Gäste mit Getränke und Essen zu versorgen. All das überliess sie ihrer Schwester Martha. Die hatte dort ziemlich viel Stress. 13 Gäste plus die eigene Familie, also 15 Leute mit Essen und Trinken perfekt zu versorgen war keine Kleinigkeit.

Martha war empört, dass ihre Schwester sie alleine schuften liess. Sie flüsterte ihre Entrüstung der Maria nicht dezent ins Ohr. Sie stelle sich in den Türrahmen, blickte in dir Runde und gab den Tarif durch. Jesus nahm Maria in Schutz und sagte: «Martha, Martha, du bist so besorgt und beunruhigt um vieles; eins aber ist nötig. Maria hat das gute Teil erwählt, das ihr nicht genommen werden.»

Was meinte Jesus mit dieser Aussage? Das Gute, von dem Jesus hier sprach, war offenbar die Gemeinschaft und die Unterweisung von Jesus, die Maria eben empfangen hatte. Ich meine, hier war der Erlöser der Welt, der Messias und Sohn Gottes und hielt eine Bibelstunde in ihrem Haus. Maria nutzte diese einmalige Chance. Martha hatte dagegen nur die kurzfristigen Bedürfnisse und ihre Ehre als Gastgeberin im Blick. So verpasste sie das überaus Gute das gerade eben in ihrem Wohnzimmer vorhanden war.

Eine der höchsten und ersten Priorität im Leben eines Nachfolgers Jesu, ist auch heute noch, jede Gelegenheit zu nutzen, den Herrn näher kennen zu lernen. Das bedeutet manchmal, die dringenden Bedürfnisse zurückzustellen, Erwartungen nicht zu erfüllen und Lebensroutinen zu missachten.

Oft setzen wir leider die Gemeinschaft mit Jesus in der Prioritätenliste nach hinten, weil Dringendes unser Leben antreibt. Wenn alle Arbeit erledigt ist, wenn wir ausgeschlafen sind, wenn die Rechnungen bezahlt sind, alles aufgeräumt ist, ja dann kommt Jesus an die Reihe!

Bei Maria in Bethanien stand Jesus ganz oben auf der Liste. Maria war bereit, um Jesu willen sogar Ärger zu riskieren. Auf das Gute, wollte sie nie und nimmer verzichten. Wo steht Jesus heute auf unserer Prioritätenliste?

  1. Bethanien ist ein Ort, wo es Tod und Auferstehung gibt.

Johannes 11,3.11.43-44: «Es war aber einer krank, Lazarus, von Bethanien, aus dem Dorf Maria und ihrer Schwester Marta…. Danach sagte er zu ihnen, Lazarus unser Freund ist eingeschlafen; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken… .Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus komm heraus! Und der Verstorben kam heraus»

In dieser bewegenden Szene wird uns berichtete, dass Lazarus starb. Lazarus hatte wie seine Schwestern eine freundschaftliche Herzensverbindung mit Jesus. Jesus wusste, dass der himmlische Vater seinen Freund auferwecken würde.

Trotzdem war Jesus durch die Trauer, die das ganze Dorf erfasst hatte, berührt.  Lazarus war offenbar auch der Freund des Dorfes. So weint Jesus mit Bethanien. Jesus zeigt uns hier, dass er ein mitfühlender Erlöser ist.

Das bedeutete, in Bethanien gab es trotz Jesu Gegenwart Krankheit, Trauer und Leid. Wir vergessen so leicht, dass das Kreuz in unserem Glauben kein Symbol für eine ununterbrochene schöne und erfolgreiche Lebenszeit ist. Es ist ein Symbol für Schmerzen, für Leiden und Tod. Solange wir hier auf Erden leben, wird uns das begleiten. Das Jahr 2017 wird wie das Jahr 2016 sicherlich auch einen Teil davon für uns bereit haben.

Vielleicht stirbt ein toller Lebensplan. Vielleicht werden unsere Erwartungen an das Leben enttäuscht. Vielleicht verlieren wir eine wertvolle Beziehungen und manche Sicherheiten. Wir wissen, die Zukunft wird nicht besser,. Je näher wir dem Ende kommen, desto mehr Leid wird uns treffen. Aber am Ende wird es eine herrliche Auferstehung geben.

Es ist bemerkenswert, dass Jesus vier Tage wartete, bis er Lazarus auferweckte. Nach vier Tagen war menschlich gesehen nichts mehr zu erwarten. Die Beerdigung war abgeschlossen, die Trauer am Höhepunkt. Aber genau dann griff Jesus mit seiner Macht ein und weckte Lazarus auf.

Wir wollen uns durch diese Geschichte daran erinnern, dass jede Krise, eine gottgeschenkte Gelegenheit ist, Jesus auf neue Weise zu erfahren. Jede schmerzhafte Erfahrung ist eine Gelegenheit, auf seinen Plan, auf seine Zeit zu warten und ihm allein zu vertrauen.

Manchmal lässt er uns scheinbar hängen. Das tut er, um uns von allen menschlichen Lösungen zu befreien, damit wir nur noch auf ihn hoffen. Darum wollen wir nie vergessen: Mit Jesus brauchen wir nie in Panik zu geraten. Wenn wir am Ende sind, ist er am Anfang. Er ist das Leben und die Auferstehung auch heute schon, nicht erst bei seiner Wiederkunft.

  1. In Bethanien wurde Jesu Herrlichkeit erkannt

Johannes 12,3: «Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls.»

In Bethanien wurde Jesus einmal zu einem Fest eingeladen. Aus den Informationen, die wir aus Matthäus 26 und Markus 14 erhalten, wissen wir, dass dieses Fest im Haus von Simon stattfand. Simon war ein Pharisäer aus Bethanien, den Jesus von Aussatz geheilt hatte. Simon war einst ausgestossen und dem Tod geweiht gewesen. Nun war er geheilt und mit Jesus befreundet. Auch Lazarus war dabei. So war das also ein Fest mit einem geheilten Aussätzigen und einem auferstanden Toten. Sie alle haben mit Jesus gefeiert, Geschichten erzählt, gelacht, getrunken und gegessen.

Plötzlich ganz unerwartet, schüttet Maria über Jesus ein extrem teures Parfüm aus. Dann salbte sie noch seine Füsse und trocknet sie mit ihrem Haar. Maria salbte Jesus wie einen König für sein Begräbnis (Vers 7).

Das Parfüm war dreihundert Dinare wert. Das war für die damalige Zeit ein Jahreslohn. Ein Parfüm für 50’000 Fr. findet man heute kaum auf dem Markt. Wahrscheinlich war es ein Erbe ihrer Familie. Es stellte ihre Ersparnisse, ihre Zukunft, ihre Sicherheit dar. Was für eine Hingabe, was für eine Liebe, die sie für ihrem Herrn damit zeigte!

Sie erinnert uns an die Worte des Apostel Paulus: «Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne.» Phil. 3,8

In Bethanien wurde Jesus für seinen unübertrefflichen Wert geehrt. Maria lehrt uns: Es gibt nichts, was zu teuer ist, um es ihm zu Füssen zu legen. Es ist kein Risiko, alles zu Jesu Füssen zu legen. Oder doch?

Als das Gefäss mit Parfüm über Jesus gegossen wurde, füllte der Duft das ganze Haus. Keiner konnte es übersehen, jeder roch es. Die Reaktion von Judas kam sofort: «Wozu diese Verschwendung? Man hätte damit vielen Armen helfen können.» Die Jünger verstanden nicht, warum Jesus in diesem Fall Luxus höher achtete als soziale Hilfe.

Es gibt wenig, das Gott mehr am Herzen liegt, als Notleidenden zu helfen. Aber über allem steht Christus. «Arme habt ihr immer, denen ihr helfen könnt,» sagt der Herr, «aber ich bin nicht immer da.» (Vers 8). Das heisst, Jesus hat eine grössere Bedeutung, als der beste Dienst. Kein Dienst darf seinen Platz einnehmen. Auch nicht der Dienst für Gutes. Und es gibt auf dieser Welt viel Gutes zu tun. Es gibt so viel Gutes für die Familie zu tun, für die Gemeinde, für die Notleidenden, für eigene die Gesundheit, für die Firma. Wir haben nie genug Zeit und Geld für alles Gute, das man tun könnte. Aber all das wird in seiner Gegenwart zweitrangig.

An diesem Fest in Bethanien lernen wir: Nichts, was wir für Jesus geben ist eine Verschwendung. Für Jesus ist das Beste von allem Guten gerade richtig. Für ihn dürfen wir alles verschwenden und zwar froh und rücksichtslos, so wie Maria es tat.

  1. In Bethanien wurde Jesus gedient.

Markus 11,11: «Und er ging hinein nach Jerusalem in den Tempel und er besah ringsum alles, und spät am Abend ging er hinaus nach Betanien mit den Zwölfen.»

Jesus ritt vor seinem Leiden auf einem jungen Esel als König in die Stadt Jerusalem ein. Bevor es am Abend dunkel wurde, verliess er die Stadt wieder und kehrte nach Bethanien zurück. Am nächsten Tag ging er erneut nach Jerusalem zurück. Auf dem Weg von Bethanien nach Jerusalem hatte er Hunger. Da fand er neben dem Weg ein Feigenbaum. Als er den Baum näher untersuchte, fand er daran keine Feigen, obwohl er voller Blätter war.

Dieser Baum  war geschaffen worden, um Jesus zu sättigen. Aber er hielt die Feigen zurück. Jesus verfluchte ihn deswegen, so dass er in kurzer Zeit vertrocknete.

Warum verfluchte Jesus diesen Baum, wo es doch nicht Zeit für Feigen war wie Vers 13 sagt. Da war es doch normal, dass Jesus keine Feigen fand. Man muss aber wissen, dass Feigenbäume dreimal pro Jahr Früchte tragen. Es gibt die Sommerfeigen im Juni, die Spätfeigen im Oktober und Frühfeigen im März. Die Frühfeigen sind ziemlich klein und nicht so süss, können aber trotzdem gegessen werden. Im März hätte Jesus Frühfeigen finden sollen, obwohl die eigentliche Erntezeit der besten Feigen erst im Juni war. Bei diesem Baum fehlten aber selbst die kleinen Frühfeigen. Er war also völlig unfruchtbar.

Dieser fruchtlose Feigenbaum ist ein Symbol für das fruchtlose Volk Israel. Er hat auch eine Botschaft für uns. Selbst wenn wir uns bemühen,

–          Jesus willkommen zu heissen,

–          unser Wertvollstes Jesus hinzugeben und

–          ihn als Herrn ehren,

enttäuschen wir ihn, wenn wir keine Frucht bringen.

Unsere Welt ist eine Konsumgesellschaft. Alles dreht sich um die Frage: Wie kann ich noch billiger einkaufen und das Leben bequemer für mich selber geniessen? Wie kann ich noch mehr Spass und Vergnügen haben?

Wenn wir diese Lebenshaltung in unser geistliches Leben hineinnehmen, wird unser geistliches Leben vertrocknen. Im Reich Gottes gibt es keine Konsumenten. Es gibt nur Dienende. Profiteure haben in der Ewigkeit keinen Platz. Darum werden alle seine wahren Nachfolger schon in dieser Welt lebendige Zeugen des Evangeliums sein. Seine wahre Gemeinde wird ein Lebensbaum für geistlich hungernde Menschen sein.

Auf dem Weg nach Jerusalem blieb Jesus also hungrig. Aber in Bethanien fand der Herr Jesus immer etwas zu Essen. In Bethanien bei den treuen Übrigen von Gottes Volk wurde er gesättigt. Dort wuchs eine Frucht für die Ewigkeit heran. So hat Gott auch heute noch ein Volk, das seine Frucht bringt! Gehören wir dazu?

  1. In Bethanien stieg Jesus zum Himmel auf

Lukas 24, 50-52: «Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude.»

Wie wir gesehen haben, gab es für Jesus in Bethanien ein Heim. Er fand dort Wertschätzung. Es gab dort eine Auferstehung. Und er fand dort gute Frucht. Aber Bethanien ist auch der Ort, an dem seine Himmelfahrt stattfand. Vielleicht denkt ihr, dass die Himmelfahrt doch auf dem Ölberg stattgefunden habe, wie es in Apg. 1,12 heisst. Bethanien liegt jedoch am Abhang an der südöstlichen Seite des Ölbergs. Das ist also kein Widerspruch.

Dort bei Bethanien breitete er seine Hände aus und verliess seine Gastgeber und Freunde in einer Wolke. Dort in Bethanien, versprachen Engel, dass Jesus in einer Wolke wieder zu ihnen zurückkehren würde.

Als Adventgläubige warten wir immer noch im «Bethanien dieser Welt» auf seine Rückkehr. Wir erleben Aussatz wie Simon, Tod und Krankheit wie Lazarus, Ärger wie Martha, Spannungen wie Maria. Aber Bethanien ist auch der Ort wo der Herr in den Himmel gefahren und seine Wiederkunft verheissen hat.

In Jerusalem wurde er gekreuzigt. Das stolze Jerusalem verachtete ihn. Darum verliess er diese Welt nicht auf dem Tempelberg in Jerusalem. Er ging nach Bethanien, nach Armenhausen, und ehrte es mit seiner Himmelfahrt. Bethanien ist darum ein Ort der Hoffnung in den Wirren des Lebens. In Bethanien ist seine Gemeinde, seine Familie.  Sie ehrte er mit diesem Höhepunkt.

So wünsche ich mir, dass wir im Jahr 2017 Bethanische Adventisten bleiben. Vielleicht sind wir dann verachtete Armenhäusler. Wenn wir aber Jesus ins Zentrum unseres Lebens unseres Glaubens und unserer Gemeinde stellen, wenn wir ihn ehren und für ihn Frucht bringen, besitzen wir das Grösste und Beste, was es gibt. Mehr brauchen wir nicht, bis Jesus zurückkommt. Einverstanden?

AZ 27.12. 2016

 

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Ein reines Leben für einen heiligen Gott!

Wie sind die Reinheitsgebote und -ideale der Bibel heute zu verstehen.
Johannes 13,7-10

Heute feiern wir Abendmahl mit Fusswaschung. Diese biblische Tradition hatte ihren Ursprung in einer Handlung von Jesus. Er wusch die Füsse von Petrus und sagte ihm, wenn ich deine Füsse nicht reinige, hast du keinen Teil mehr an mir. Petrus wollte danach ganz gewaschen werden. Er wollte Jesus um keinen Preis verlieren. Aber Jesus antwortete ihm: «Wer gewaschen ist, braucht nur noch die Füsse zu waschen, sonst ist er ganz rein. Ihr seid rein, aber nicht alle!» Joh. 13,10
Jesus wollte Petrus also durch die Fusswaschung reinigen. Es ging offensichtlich dabei nicht nur um reine Füsse, sondern um eine reine Beziehung mit Gott. Die Reinheit der Jünger war für Jesus etwas ganz Wichtiges. Jesus machte sich grosse Sorgen, dass trotz seiner Waschung immer noch nicht alle Jünger rein waren. Was bedeutet es rein oder unrein zu sein? Wann ist man rein und was führt zu Unreinheit?
Das ist ein grosses Thema auch bei Muslimen.
Vor kurzem hatte ich mit einem muslimischen Paar Bibelstunden. Wir sassen auf einem Teppich am Boden und ich hatte dabei meine Bibel in der Hand. Als ich ihnen zur Illustration etwas zeichnen wollte. Legte ich Bibel daneben auf den Boden. Entsetzt starrten sie mich an. Die Heilige Bibel auf den unreinen Boden zu legen war unrein. Das ging nicht!
Reinheitsgebote finden sich nicht nur in der Bibel insbesondere im Alten Testament. Es gibt sie auch in vielen Religionen, im Islam, im Kastenwesen des Hinduismus etc.
Öfters wurde ich von evangelischen Christen beschuldigt im Alten Testament stecken geblieben zu sein, weil ich als Adventist die Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren weiterhin pflege. Sie glauben, dass die Reinheitsgebote im Neuen Testament aufgehoben seien. Darum stellt sich uns die Frage: Wie gehen wir als Nachfolger Jesu mit den Reinheitsgeboten der Bibel um?
Das ist ein sehr grosses Thema. Ich kann es unmöglich in dieser Predigt umfassend behandeln. Ich möchte hier einfach eine Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken und Texte erläutern.

1. Die Bedeutung von «rein und unrein»?
Fragen wir uns zuerst einmal, was die Worte rein und unrein im hebräischen Grundtext bedeuten.
Der biblische Begriff für rein und unrein ist «thahor» und «thame». Wie so oft hat dieses Wort im Hebräischen eine vielschichtige Bedeutung. Das macht es schwer, es mit einem präzisen Wort in unserer Sprache widerzugeben. Man könnte unrein im Deutschen am besten mit «unecht, untauglich und ungeeignet, ungesund», übersetzen. Reinheit steht im Zusammenhang Unversehrtheit, Ganzheit und Integrität.
Reinheit ist heute kaum mehr ein moralisches Ideal. Heute ist man umso schneller in den Schlagzeilen, je schrecklicher, gräulicher und unreiner es zugeht. Im Parlament und durch Abstimmungen werden Gesetze für Lebensweisen erlassen, die in der Bibel als Gräuel bezeichnet werden. Im Internet und Fernsehen verseuchen gräuliche Games und Filme das Denken und Fühlen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir bewegen uns mit Riesenschritten in Richtung Sodom und Gomorrha. Auch daran erkennt man, wie nah wir dem Ende und der Wiederkunft schon sind.
Aber in der Bibel ist Reinheit ein grosses Thema. Es ist der Zustand, den man benötigt, um überhaupt in Gottes Gegenwart leben zu können.
Ps 24,3-4: Wer darf auf den Berg des Herrn steigen? Und wer darf an seiner heiligen Stätte stehen? Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz, wer seine Seele nicht auf Trug richtet und nicht falsch schwört.
Hier werden heilige Orte, unschuldige Hände und reine Herzen auf eine Stufe gestellt. Reinheit ist ein wichtiger Aspekt biblischer Moral. Es gibt dabei keine Trennung zwischen moralisch, geistlich und weltlich. Darum wird der Begriff Reinheit für ganz viele Aspekte des Lebens benützt. Wir haben heute dafür ganz verschiedene Begriffe wie Hygiene, Sauberkeit, Gesundheit, Ganzheit, Tugend, Moral etc.

2. Wie wird man unrein?
Ich werde jetzt ein paar Beispiel nennen und erklären, wie rein und unrein im Alten Testament verwendet wird:
•3.Mo 11, 43-47: Die Unterscheidung von reinen und unreinen Tiere ist uns gut bekannt. Diese Ordnung kannte bereits Noah lange vor dem Sinai. Darum ist sie auch nach Golgatha immer noch gültig. Die Tierwelt ist somit laut Bibel von Anfang an in zwei Gruppen aufgeteilt: reine und unreine, essbare und nicht essbare. Heute wissen wir, Gott hat diese Ordnung nicht willkürlich, sondern aus gesundheitlichen Gründen eingeführt.
•3.Mo 12,1-4: Dann gibt es bei Frauen die Unreinheit nach einer Geburt. Das war eine Art Schonzeit, um sich von der Geburt zu erholen. Während dieser Zeit durfte die Frau nicht zum Tempelgottesdienst gehen. Für Buben dauerte diese Zeit eine Woche plus 33 Tage bei Mädchen zwei Wochen plus 66 Tage. Zur Reinigung nach diesen Tagen, musste sie ein Brand- und Sündopfer darbringen. Ist das nicht eine frauenfeindliche Einrichtung, könnte man denken? Nein, im Gegenteil: Auf Mütter und Kinder nahm man in den ausserbiblischen Kulturen wenig Rücksicht. Gott aber liebt und sorgt sich um sie und gibt ihnen eine Schonzeit. Warum die Unreinheit bei Mädchen doppelt so lang dauert bleibt aber dennoch ein Rätsel.
•3.Mo 13-14: Hier wird die Unreinheit bei Krankheiten wie Aussatz beschrieben. Das führte nach einer Besichtigung durch den Priester zur Absonderung und Quarantäne der Betroffenen. Auch Häuser und Kleider konnten eine Art Aussatz haben und damit unrein werden. Wurde die Krankheit geheilt, gab es einen komplizierten Reinigungsprozess. Die Logik hinter diesem Handeln ist verständlich. Das Volk wurde so vor Seuchen geschützt.
•3.Mo 15: In diesem Kapitel werden sechs Arten von körperlicher Unreinheit beschreiben. Es sind Unreinheiten durch Körperflüssigkeiten bei Männer und Frauen. Alles, das davon betroffen wurde oder in Berührung kam, musste mit Wasser gewaschen und abgesondert werden. Heute würden wir diese Regeln als Hygiene-Vorschriften bezeichnen.
4.Mose 19,10-20. Der Umgang mit Toten oder mit Aas macht auch unrein. Wer damit in Berührung kam wurde bis zum Abend oder eine Woche lang unrein. Auch das würden wir heute als Hygieneeinrichtung bezeichnen.
Die Ziele, die Gott mit diesen Regeln hatte, werden hier beschrieben:
2.Mose 23,25-26: Aber dem Herrn eurem Gott sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheiten von der wenden. Es soll keine Frau in deinem Land eine Fehlgeburt haben noch unfruchtbar sein, und ich will dich alt werden lassen.
Ist das nicht eine tolle Verheissung: keine Krankheit, keine Fehlgeburt und gesundes Leben bis ins hohe Alter. Die Regeln über Rein und Unrein hatten das Ziel, ein gesundes Volk hervorzubringen. Sie sollten die Völker durch ihr langes Leben und ihre gute Gesundheit zum Glauben an Gott führen.
Es gibt noch einen zweiten Grund dafür: Gottes Heiligkeit. Das Volk sollte sich damit bewusstwerden, dass ein heiliger Gott unter ihnen war, in dessen Gegenwart nur reine, heilige Menschen leben können. Für einen heiligen Gott brauchte es ein reines Land und ein reines Volk. Dieses starke Bewusstsein der Heiligkeit Gottes ist uns verloren gegangen. Darum ruft Gott in Off. 14,7 die Menschheit auf: «Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Verunreinigt euch nicht mit den Gräueln des babylonischen Weins.» Das Thema ist also aktueller den je.

3. Drei Arten von Übeln?
Ist unrein sein eine Sünde? Unrein zu sein war kein wünschenswerter Zustand, aber es war an sich keine Sünde. Es konnte eine Folge von Sünde sein wie zum Beispiel beim Aussatz von Mirjam nach ihrer Rebellion gegen Mose (4.Mo 12,10-15). Man konnte sündigen, wenn man sich weigerte, sich zu reinigen. Aber moralische Schuld, wie Sünde war es nicht. Es ist ein Zustand, der einem im normalen Leben passiert und vorübergehend von Gott und der Gemeinschaft seines Volkes trennte.
Durch bewusst falschen Umgang mit unreinen Dingen konnte es dennoch zur Sünde kommen. Zum Beispiel durch das Essen unreiner Tiere, wenn man unrein ins Heiligtum ging oder mit einer unreinen Frau zusammenlag.
Dem heiligen Gott war es extrem wichtig, ein reines Volk zu haben. Dieses Thema durchzieht die ganze Bibel. Gott beklagte, dass seine Priester diese Ordnung den Menschen zu wenig klarmachten. Das ist heute noch aktuell!
Hesekiel 22,26: Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen meine Heiligtümer; sie machen keinen Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und lehren nicht, zu unterscheiden zwischen dem Unreinen und dem Reinen.
In der Bibel kann man also unterscheiden zwischen mehreren Kategorien von Übeln:
Sünde – der moralischen Schuld als Übertretung von Gottes Geboten (Lügen und Stehlen). Um sich davon zu reinigen, brauchte es ein Sündopfer. Jesus ist unser Opfer dafür, wenn wir um Vergebung bitten.
Unreinheit – eine unpassende, unsaubere Sache, die man versehentlich tut oder die einem geschieht. Unreinheit brauchte je nach Fall eine Auszeit, ein Opfer und Reinigung mit Wasser. Die Asche einer rötlichen Kuh, spielte dabei eine besondere Rolle. Diese Zeremonie wies auch auf das Opfer Jesu hin.
Greuel –Das sind unreine Handlungen die bewusst vollzogen werden. (wie Inzest, Okkultismus) Sie sind der Sünde gleichgestellt oder noch schlimmer. Wer sie nicht bereute oder sich weigerte sich zu reinigen, konnte aus dem Volk ausgeschlossen werden. Gottes Volk sollte sich damals und heute von allen Sünden, Unreinheiten und Gräueln entschieden distanzieren. Nur so konnten sie mit Gott in ihrer Mitte leben.

4. Innere Unreinheit
Aber es gab noch eine andere Kategorie von Unreinheit, die wir bisher nicht erwähnt haben: Nämlich die innere oder unsichtbare Unreinheit. Jeremia fordert Gottes Volk auf:
Jeremia 4,14: Wasche dein Herz rein von [deiner] Bosheit, o Jerusalem, damit du gerettet wirst! Wie lange sollen deine heillosen Pläne in deinem Herzen bleiben?
Böse Gedanken und Pläne machen das Herz unrein. Es gibt auch unreine Lippen oder Worte. Jesaja ruft im Tempel aus, als er dem heiligen Gott begegnet: «Weh mir ich vergehe, denn ich gehöre zu einem Volk mit unreinen Lippen» Jesaja 6,5
Die innere Unreinheit muss nicht zu einer äusseren sündigen Tat führen, aber sie trennt auch von Gott. Jesus betont in seiner Verkündigung ganz besonders diesen inneren Aspekt der Reinheit, weil die Pharisäer nur Wert auf die äusserliche Reinheit legten. Ihr Inneres war aber ein Grab angefüllt mit Hass und Mordgedanken.
“Mt 23,25: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit!
Das heisst aber nicht, dass im Neuen Testament Äusseres unwichtig ist. Jakobus betont, dass Herzen und Hände, Inneres und Äusseres immer noch rein und damit moralisch und heilig vor Gott sein sollen. Gott ändert sich nicht!
Jakobus 4,8: „naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!“
Selbst das Gewissen der Gläubigen soll rein sein. Durch das Opfer von Jesus Christus am Kreuz ist unser moralisch beflecktes Gewissen gereinigt worden. Dieses reine Gewissen gilt es jetzt zu bewahren und Unreinheit jeder Art zu meiden.
1.Tim 3,9: Sie sollen das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahren.
Der Schwerpunkt im NT liegt aber eindeutig auf der inneren Reinheit und nicht mehr den rituellen äusseren Reinheitsgeboten von 3. Mose. Es gab im NT grob gesehen eine Entwicklung von der kultisch-rituellen zur moralisch-geistlichen Reinheit hin. Das möchte ich kurz aufzeigen.

5. Neutestamentliches Reinheitsideal
Die ersten Juden- Christen praktizierten als Juden die äusseren Reinheitsgebote das Alten Testamentes noch lange nach Jesus. Sie betrachteten darum die Heiden lange Zeit als unrein und wollten nicht mit ihnen essen und ihnen das Evangelium nicht predigen.
Im Apostelkonzil in Apg. 15 gab es lange Diskussionen darüber, welche Reinheitsgebote man von den Heidenchristen verlangen sollte. Schliesslich beschloss die Gemeinde, dass nur noch einige wenige für sie nötig seien. Nämlich diejenigen, welche im AT auch für die Fremdlinge gültig waren. Man findet sie alle in 3. Mose 17,10-15: Das Meiden von Götzenopfer, von Blutgenuss und das Essen von nicht geschächtetem Fleisch. Die rituellen Waschungen im Vers 15 und andere Regeln verlangte man von Heidenchristen nicht mehr. Dennoch machte selbst der Apostel Paulus im NT weiterhin Aufrufe zu körperlicher oder geistiger Reinheit.
2.Kor 7,1: Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!
Im Galater 5,19.21 mahnt er, Unreinheit um jeden Preis zu meiden und moralisch rein zu leben, weil Unreine nicht ins Reich Gottes kommen werden. Wie sieht das denn heute denn praktisch aus?
• Wenn jemand in Jesus verliebt ist, wird er seine Beziehungen mit dem anderen Geschlecht ebenfalls nach Gottes Plan ordnen. Er wird bis zur Ehe rein bleiben wollen und mit einer intimen Beziehung zuwarten. Er wird keine Pornographie im Internet konsumieren oder mit Frauen flirten. Er lebt rein von fleischlicher Unreinheit.
• Wenn jemand durch den Glauben an Jesu den Heiligen Geist empfängt und sein Leib ein heiliger Tempel Gottes wird, dann wird er ihn nicht mehr ausräuchern. Er wird seine Zigarettengötzen wegwerfen und keine harten Drogen oder Genussgifte wie Koffein oder Teein mehr zu sich nehmen wollen.
• Wenn jemand in seinem Herzen Jesu liebliche Stimme, als himmlische Musik hört, wird er seine Rock-CD’s und okkulten und gewalttätigen Filme oder Games wegwerfen. So reinigt er sich von geistiger Verschmutzung.
• Wenn sein Herz von Jesu Liebe überfliesst, wird er keine verletzenden, groben Worte mehr sagen und oder unflätige Witze machen.
• Auch sein Körper wird er Jesus als Ganzes weihen und ihn nicht bemalen, löchern oder tätowieren.
• Wer Jesus wirklich liebt, wird immer mehr gesunde Reinheit, natürliche Einfachheit und harmonische Ganzheit in seinem Lebensstil widerspiegeln wollen.

Geistliche Menschen sind Menschen mit gereinigten Herzen, Motiven und Gewohnheiten. Ihr Leben ist wie ein Spiegel, der durch Unreinheiten und Sünden verschmutzt war. Aber jetzt ist es mit dem Blut Jesu, dem göttlichen Fensterputzmittel besprüht und gesäubert worden. Darum wird nun Gottes heiliges Licht durch den sauberen Spiegel seines reinen Lebens voll reflektiert. So wird er zu einem Menschen mit Ausstrahlung.
Ja man spürt diese Ausstrahlung, wenn man reinen Menschen in die Augen blickt und mit ihnen redet. Man sieht es an ihrer Erscheinung, an ihrem Äusseren an ihrem Benehmen. Mich faszinieren sie und ich möchte ihre Freunde werden, weil ich weiss, da ist kein Hund begraben. Die sind rein!
Titus 1,15: Bei den Reinen ist alles rein (oder gereinigt worden); den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Denken und ihr Gewissen.
Jesu Blut reinigt durch und durch, sowohl die unreine Vergangenheit und auch die unreinen Gewohnheiten der Gegenwart. Es tut das so gründlich, dass in Offenbarung 7,9-17 Menschen der ganzen Welt mit reinen weissen Kleidern vor dem Thron stehen werden. Darum brauchen wir die äusserlichen Reinheitsvorschriften nicht mehr, um unser Heil damit abzusichern. Das Heil ist bei dem der auf dem Thron sitzt und dem Lamm, singen sie dort. Christus genügt.
Paulus kämpfte darum energisch gegen alte und alte Reinheitsvorschriften der jüdischen oder hellenistischen Askese, die das Opfer Jesu unglaubwürdig machen:
Kol 2,18.21-23: Lasst euch von niemandem um den Siegespreis bringen. …Wenn ihr nun mit Christus den Elementen abgestorben seid, warum lasst ihr euch dann Vorschriften auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt? Du sollst nicht anfassen, du sollst nicht kosten, du sollst nicht berühren, was doch alles bestimmt ist, durch den Verbrauch verzehrt zu werden; es sind Gebote und Lehren von Menschen.
Alle Reinheitsgebote, die im AT auf das Opfer Jesu hinwiesen, sind mit Jesu Opfertod beendet: Die Beschneidung, die rituellen Waschungen und alle Opfer zur Reinigung. Wir brauchen auch keine weiteren modernen Reinheitsvorschriften wie falsch verstandene Ernährungsvorschriften oder bestimmte Kleidernormen, um vor Jesus rein zu sein. Was uns noch bleibt, sind zwei Sachen:

Wir wollen…
1. Ein reines Herz und ein reines Gewissen bewahren. Unter dem Blut Jesu haben wir das täglich. «Selig sind die reinen Herzens sind, die werden Gott schauen!» sagte Jesus!
2. Reine Hände bewahren. Darum Essen und Trinken wir zur Ehre Gottes reine Speisen (1. Kor 10,31). Darum wollen wir mit unseren Hände Gutes und alle ungesunde Unreinheiten und Gräuelgewohnheiten aus unserm Leben beseitigen.
Vor allem wollen wir heute zwei Dinge bekräftigen:
1. Wir wollen uns durch das gegenseitige Waschen unserer Füsse, bewusstmachen, dass wir immer noch in einem inneren und äusseren Reinigungsprozess stecken. Der war damals bei Petrus, als Jesus ihn wusch, genauso wenig abgeschlossen, wie bei uns. Dazu brauchen wir täglich Jesus und wir brauchen einander. So werden wir geistlich Fortschritte hin zu einem reinen Leben machen. Um uns daran zu erinnern, waschen wir heute einander gegenseitig die Füsse.
2. Wir wollen uns durch das Abendmahl mit Brot und Wein heute auch neu bewusstmachen: Mit Christi Opfertod und seinem Blut sind wir völlig rein geworden. Das Opfer Jesu am Kreuz reicht aus, damit wir eines Tages mit weissen Kleidern vor dem Thron stehen können. Gott segne uns, während wir nun die Handlungen zur vornehmen!
27.5.2016

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Gottes Liebe ohne „Wenn und Aber“

Als Kind besuchte ich einige Male den Zirkus. Damals machte eine sensationelle
Vorführung Schlagzeilen: Ein Tiger reitet auf einem Pferd.
Der Dompteur brachte es fertig, dass ein fauchender Tiger
auf einem Pferderücken einige Runden um die Arena ritt.
Pferd und Tiger sind von Natur her nicht befreundet. Wie
der Dompteur das erstaunliche Kunststück zustande brachte,
weiss ich nicht, aber die Methoden, die Dompteure zur
Dressur benützten sind jedem bekannt. Dabei werden vor allem
zwei Mittel benützt:
1. Die Peitsche, ein angsteinflössendes und manchmal
schmerzhaftes Mittel, um anzutreiben und zu korrigieren.
2. Belohnungen bei erfüllter Aufgabe. Der Tiger erhält ein
Stück Fleisch und das Pferd etwas Hafer.
Diese Art Erziehung wird oft einfach „Dressur mit Zuckerbrot
und Peitsche“ genannt. Früher haben Sklavenhalter Menschen so
gehalten. Manchmal werden auch heute noch Kinder auf diese
Weise mit „Täfeli und Tätsch“ (Bonbons und Schlägen) erzogen. Aber empfohlen wird diese Methode gewöhnlich nicht. Gehorsam aus Zwang oder Belohnung führt Menschen nicht zu verantwortungsbewusstem und
selbstständigem Handeln. Sie führt zu Heuchelei, Gewalt und
Misstrauen zwischen den Beteiligten. Mit Liebe hat das
nichts zu tun.
Dennoch meinen viele Menschen, Gott sei ein solcher
Sklaventreiber. Die Guten belohnt er mit Glück, Gesundheit
und ewigem Leben. Die Bösen werden mit Krankheit, Leid und
Tod bestraft. Manche Texte in den Psalmen und Sprüchen des
Alten Testamentes scheinen diesen Gedanken zu enthalten:
Psalm 145,19: „Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und
wird vertilgen alle Gottlosen.“
Jahrhundertelang wurden Ketzer von der Kirche mit Folter und
Scheiterhaufen zur Umkehr gezwungen, weil man glaubte im
Auftrag Gottes so Handeln zu müssen. Das war eine
schreckliche Verzerrung der Liebe Gottes.
Es ist verständlich, dass später Millionen von Menschen
einen solchen Gott ablehnten. Gott ist tot erklärten
deswegen die Atheisten. Und die liberalen Theologen sagten:
Gott soll sich um den Himmel kümmern, wir erledigen unsere
Probleme hier unten so, wie es uns gut dünkt. Es ist
gefährlich, wenn Gott sich  zu viel in unser Leben
einmischt.
In der Offenbarung Kapitel 13 wird vorausgesagt, dass in
Zukunft das Pendel wieder umschlagen wird. Die übrigen
Gläubigen werden schliesslich als Sündenböcke im Namen
Gottes und des Guten dem Tod ausgeliefert werden. Johannes
sah Babylon die Hure trunken vom Blut der Heiligen und der
Zeugen Jesu.
Gott ein Sklaventreiber?
Gott, der Sklaventreiber geistert also immer noch in den
Köpfen der Menschen herum. Sei es, dass sie ihn nachahmen
oder sei es dass sie ihn ablehnen. Sogar für ernste
Christen ist dieses verzerrte Gottesbild die Ursache für
gestörtes Glaubensleben, für Hemmungen sich ganz Gott
anzuvertrauen. Sie ist der Nährboden für Lieblosigkeiten,
Heuchelei und Werksgerechtigkeit.
Darum lohnt es sich die Frage zu stellen: Ist Gott für mich
wirklich ein Sklaventreiber, der mich vielleicht nicht mit
Zuckerbrot und Peitsche aber doch mit Schicksalsschlägen und
Segnungen ins Himmelreich treibt?
Aussagen wie in 1.Johannes 4,9 sagen zwar: Gott ist Liebe.
Wie passen andere Stellen dazu, die von Gottes Zorn und
Strafgerichten reden? Damit wollen wir uns ein anderes Mal
beschäftigen. Heute wollen wir der Frage nachgehen: Was
gibt es für Gründe anzunehmen, dass Gott kein
Sklaventreiber, sondern völlige reine Lieb ist?
1.Johannes 4,10 und 11 werden zwei Gründe für Gottes Liebe
angegeben:
1. Weil Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat.
2. Weil Jesus am Kreuz gestorben ist.
Das leuchtet jedem Christen ein: Gott ist Liebe, weil er uns
durch Jesus erlöst hat. Aber manchmal klingt das so als
würden wir sagen: Mein Chef ist lieb. Er hat mir den Lohn
erhöht. Oder: Der Polizist ist lieb, er hat mir keine Busse
angehängt, obwohl ich falsch parkiert war. So ist Gott
liebe, weil er mir die Sünde vergibt und das Leben
verlängert.
Solche Liebe wirkt sich auf den Geldbeutel, auf die
Schuldgefühle und die Lebensqualität gut aus. Aber
deswegen muss der nette Chef und der nachsichtige Polizist
noch nicht grundsätzlich aus Liebe zu mir handeln. Deswegen,
weil er uns gutes gibt, muss Gott noch lange nicht
grundsätzlich Liebe sein. Es könnte auch nur ein
Lockmittel, um mich zu manipulieren.
Es ist erstaunlich wie viele Gott tatsächlich
nur lieben, weil er ihnen Trost, Hoffnung, ewiges Leben  und
gute Gefühle gibt. Weil sie das anderswo nicht kriegen,
sind sie Gott eben treu und lieben ihn. Vielleicht würden
sie Buddha ebenso lieben, wenn er ihnen dasselbe böte.
Sobald ihnen ein Bedürfnis fehlt, fangen sie jedoch an
Gottes Liebe und ihren Glaube in Frage zu stellen.
Es ist klar, dass ein Glaubensleben auf dieser Kosten
Nutzen Ebene ist sehr oberflächlich und wenig dauerhaft ist.
Gott will mehr als unser netter Chef sein. Er will lieber
sein als ein nachsichtiger Polizist oder ein freundlicher
Sklaventreiber.
Gott ist anders
Jesus kam auf diese Welt, um uns zu zeigen, dass Gott anders
ist. Gott ist weder ein gerechter Warenhändler noch ein
guter Sklaventreiber. Gott ist ein liebender Vater. Jesu
Leben war nicht nur eine Demonstration von Gottes gütigem
Handeln, sondern eine Demonstration seines gütigen Wesens. Wie
zeigte sich das?
Jesu Dienst begann mit seiner Taufe. Durch eine Stimme
bekannte sich der himmlische Vater zu seinem Sohn. Dann
führte ihn der Geist in die Wüste. 40 Tage fastet er und
dann wurde er vom Teufel geprüft. Der Teufel bot ihm ein
Zuckerbrot nach dem andern an und sagte:
Mach dir doch aus Steinen Brot: Schau, Gott kümmert sich
nicht mehr um dich. Du musst dir selber helfen, ich meine
es wirklich gut mit dir.
Dann sagte er: Komm bete mich an, ich gebe dir die Welt
zurück ohne dass du sterben musst. Der Plan deines Vaters
ist zu Mühsam. Komm wir machen einen fairen Handel, eine
Friedensverhandlung.
Waren das nicht gute Vorschläge: Wer sollte gegen
Friedensverhandlungen sein, um den Tod eines Unschuldigen
zu vermeiden? War es etwa schlecht Grundbedürfnisse zu
stillen und Brot herzustellen? Aber Christus widerstand.
Sein Verhältnis zu seinem Vater beruhte nicht auf einem
oberflächlichen gib und nimm Verhältnis. Er war treu nicht
weil es etwas brachte treu zu sein. Er war treu um der Treue
willen. Er war bereit aus Liebe und Treue zu sterben, als
ein einziges Mal seine Bedürfnisse gegen den Willen des
Vaters zu befriedigen.
In den Versuchungen bewies Jesus: Nicht Gott manipuliert
mit Zuckerbroten, sondern der Teufel. Er ist der
Sklaventreiber nicht Gott. Die Liebe Gottes ist stärker als
Hunger, grösser als persönliche Vorteile und
Erfolgserlebnisse.
Gott ein Manipulator?
Aber noch war eine Frage offen: Es konnte ja sein, dass Gott
seine Geschöpfe nicht durch Lockmittel, sondern durch
Todesängste an sich bindet. Zwar nicht durch Zuckerbrote,
aber doch durch Peitschenhiebe.
Dreieinhalb Jahre später erlaubte Gott Satan, Jesus erneut
bis aufs Messer zu prüfen. Es begann in jener Nacht in
Gethsemane. Satan und seine Engel versetzten Jesus durch
durch ihre Gegenwart in Todesängste, tiefe Depressionen und
abgrundtiefe Einsamkeit überfiel ihn.
Wer seelische Tiefs erlebt hat, weiss dass man in solchen
Augenblicken kaum noch vernünftig denken kann. Man lässt
sich gehen, schreit die Gefühle hinaus, nimmt Drogen um zu
vergessen.
Elia rannte in seiner Not zum Berg Horeb.
Mose schlug im Zorn an den Felsen.
Aber Christus liess die Liebe des Vaters nicht los. Wohl
zitterte er und rief: Meine Seele ist betrübt bis in den
Tod. Dann schrie er: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich
verlassen?. Aber der stärkste Peitschenschlag, die grösste
Todesangst konnte Jesus nicht davon abbringen sich an die
Liebe seines Vaters zu klammern. Er zweifelte keinen
Augenblick, dass Gott in diesem Augenblick kein wütender
Sklaventreiber war, sondern immer noch der unendlich
gütiger, weiser Vater. Die Liebe zwischen ihm seinem Vater
war so stark, dass er bereit war sein Leben dafür zu geben.
Seither besteht kein Zweifel mehr. Gott ist nicht nur ein
lieber Heiland, er ist die Liebe in Person. Alles was er
tut ohne ist Ausnahme geprägt von Güte Barmherzigkeit und
Liebe. Diese Liebe ist stärker als der Tod, stärker als der
Teufel und die Sünde. Es ist die stärkste Verbindung die
zwischen Menschen und Gott existiert. Diese Kraft und allein
sie ist es, womit Gott sein Universum zusammenhält.
Noch etwas anderes ist seither eindeutig klar geworden.
Gott hat nie und wird nie Druck- und Lockmittel benützen um
Menschen an sich zu binden. Der Teufel tut das, aber nicht
Gott. Obwohl manche Menschen Gott dienen als wäre er ein
Sklaventreiber oder Warenhändler, ist nicht Gott daran
schuld. Dann sind Menschen auf die Lügen des Feindes
hereingefallen. wenn ihre Gottesverständnis sich nicht
vertieft, wird eines Tages die Enttäuschung folgen.
Wenn aber Gott reine Liebe zur Grundlage all unseres
Handelns, Redens und Denkens ist, dann dürfen auch wir mit
ganzer Kraft an die Liebe klammern, ohne befürchten zu
müssen, dass unsere Welt aus den Fugen gerät. Wir dürfen
loslassen, wie Jesus sein Leben losgelassen hat. Wir können
verzichten ohne etwas zu verlieren. Wir dürfen vertrauen,
ohne Angst zu haben, ausgenützt zu werden. Denn Gott ist
Liebe ohne Wenn und Aber.
AZ 13.2.2016
7

 

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Die Hauskreis-Reformation

Wir sprechen heute über Hauskreise.

Seit ich Prediger bin, haben ich wiederholt Hauskreise besucht und geleitet. Jeder von ihnen war verschieden. Einer der eindrücklichste bisher, war der letzte, den ich erlebt habe. Er existiert immer noch, ob wohl ich nicht mehr dabei bin. Ich möchte kurz erzählen was ich dort erlebte.

Eines Tages rief mich eine Schwester an. Sie hatte eine Geschäftsfrau kennengelernt. Die Schwester hatte den Eindruck, dass sie der Frau in ihrem Laden für Mode und Musikinstrumenten einen kurzen Besuch machen sollte. Kaum betrat sie den Laden, wurde sie spontan gefragt, ob sie nicht einen Hauskreis wüsste, den sie besuchen könnte. Unsere Schwester versprach sich umzuschauen. Sie rief mich an und fragte, ob wir in jenem Dorf nicht gleich mit ihr einen neuen Hauskreis gründen könnten. Ich kannte noch ein anderes Paar dort im Dorf. Er war ein Adventist aus der Karibik, sie eine Schweizerin. Sie waren offen für einen Hauskreis bei sich und boten ihr Wohnzimmer als Versammlungsraum an. So trafen wir uns dort zu einem ersten Kennerlerntreffen. Wir waren erfreut. Es klappte.

Als wir uns im Hauskreis trafen, gab es zuerst eine Erfahrungsrunde mit Berichten aus dem Erleben der Vergangenen Woche. Das dauerte manchmal kurz manchmal länger. Dann hatten wir eine Gebetsgemeinschaft, um die Anliegen und Erfahrungen vor Gott zu bringen. Schliesslich gab es ein praktisches Bibelstudium und am Ende noch einen Tee zum Ausklang. Im Sommer trafen wir uns manchmal am Ufer des nahegelegenen Sees. Im Winter gab es auch mal einfach ein gemeinsames Essen.

Mit der Zeit kamen noch ein paar andere Leute dazu. Auch ein zwei Gäste tauchten auf, blieben aber nicht lange. Plötzlich hatte die Schwester, die den Kreis mitbegründet hatte, beruflich keine Zeit mehr mitzumachen. Dann bekam die Geschäftsfrau Zweifel, ob ihr der Kreis gefallen würde. Dann kam die nächste Krise. Aber schliesslich entwickelte sich aus den vielen Höhen- und Tiefpunkten ein fester Kern von Leuten, die auch freundschaftlich immer mehr verbunden waren. Dieser Kreis war unsere kleine erweiterte Familie, mit welcher wir auch gern sonst verbunden waren und Kontakte auch unter der Woche gern pflegten.

Mit der Zeit merkten wir, dass ein junger noch nicht getaufter Mann aus unserem Kreis sich mit einer Schwester aus dem Kreis öfters gemeinsam vor dem Treffen zum Spaziergang traf. Sie sassen zudem sehr oft nebeneinander im Kreis. Immer mehr wurde uns klar, dass sich da eine ernsthafte Freundschaft entwickelte. Eines Tages hiess es dann sie wären jetzt verlobt und die Hochzeit wurde auch schon geplant. Kurz, unser ganzer Hauskreis feierte schliesslich mit ihnen ihre Hochzeitsfeier und ich hielt die Traupredigt – was für eine Freude.

Die Geschäftsfrau hatte weiterhin viele Fragen. Ich besuchte sie daher zwischen den Hauskreistreffen in ihrem Geschäft und gab ihr Bibelstunden, wenn keine Kunden zu bedienen waren. Eines Tages entschied sie sich, ihr Geschäft am Sabbat zu schliessen. Dann besuchte sie den Gottesdienst. Vor einem knappen Jahr wurde sie schliesslich getauft. Was für ein Segen! Ohne diesen Kreis, wäre das alles nie geschehen. Dieser Hauskreis war für alle Beteiligten eine Quelle für Evangelisation, Gebetsgemeinschaft, Seelsorge, Unterstützung, Freundschaften, Gemeinschaft, Bibelstudium, Erfahrungen mit Gott und vieles mehr. Manchmal war es einfach ein Stück Himmel auf Erden.

Durch solche tollen Erfahrungen mit Hauskreisen, bin ich sehr bereichert worden. Das persönliche geistliche Leben ist wichtig. Auch der Gottesdienst in der Gemeinde ist wichtig. Aber das, was man in einem guten missionarischen Hauskreis an menschlicher und geistlicher Nähe erlebt, ist nirgends sonst zu finden. Darum möchte ich euch gern über das Wesen eines Hauskreises reden.

Kleingruppen im Neuen Testament
Wer erfand eigentlich die geistlichen und missionarischen Kleingruppen? Wenn wir im Neuen Testament nach Kleingruppen suchen, stoßen wir natürlich zuerst auf Jesus und seine zwölf Jünger. Jesus organisierte seine Jünger als Kleingruppe, offensichtlich, weil er seine Absicht mit ihnen auf diese Weise am besten ausführen konnte.

Die Kleingruppe war für Jesus wie eine Familie. Er verbrachte mit ihr nicht nur einen Abend pro Woche. Er lebte beständig mit ihnen zusammen. Er hatte nicht mal ein Haus dazu. Sie pflegten Gemeinschaft und Bibelstudium, Gebet und Dienen im freien Feld, wo immer sie waren. Heute weiss man, dass eine Gruppe von 12 Personen eine ideale Grösse ist, damit sich noch jeder persönlich angesprochen fühlt und mit allen eine gute Beziehung pflegen kann. Wenn es mehr als 12 Personen in einem Hauskreis gibt, sollte man ihn teilen.

Inzwischen weiss ich jedoch, dass wir Schweizer äusserst ungern Gruppen teilen. Wir brauchen viel Zeit und Energie, um eine Gruppe zu starten und zu pflegen und wenn wir dann eine haben, möchten wir sie am liebsten für alle Ewigkeit bewahren. Aber dann bleibt die Gruppe meist im Wachstum stecken und stirbt irgendwann.

In den Evangelien lesen wir immer wieder, dass Jesus auch in die Heime der Menschen ging. Dort pflegte er Gemeinschaft mit seinen Nachfolgern, lehrte und ass mit ihnen. Er ging zum Beispiel immer wieder in das Haus von Petrus, Matthäus, Jairus, Simon dem Aussätzigen, Maria, Martha und Lazarus und Zachäus (Matthäus 9,10; Markus 1,29; 5,38; 14,13; Lukas 10,38; 19,5.9). Dreieinhalb Jahre lang brachte er den Glauben so in die Heime und Familien.

Als Jesus seine Jünger aussandte, sagte er ihnen, dass sie seinem Beispiel folgen sollten.
„Wenn ihr aber in ein Haus geht, so grüßt es; und wenn es das Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen. Ist es aber nicht wert, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden.“ (Matthäus 10,12.13)
Das taten sie auch. So eine richtige Hauskreisbewegung entstand aber erst nach Jesu Himmelfahrt.

Kleingruppen in der Urgemeinde
Die ersten Christen folgten dem Beispiel Jesu. Sie wählten ebenfalls eine Kleingruppenstruktur für die erste Gemeinde.
Apostelgeschichte 2,46: Und sie waren täglich und stets einmütig zusammen im Tempel und brachen das Brot reihum in den Häusern und nahmen die Speise mit Freuden und einfältigem Herzen; sie lobten Gott und fanden Wohlwollen beim Volk. Der Herr aber fügte täglich Menschen, die gerettet werden sollten, zur Gemeinde hinzu.
Apg. 5,42: Und sie hörten nicht auf alle Tage im Temple und in den Häusern zu lehren und Jesus Christus zu predigen.

Wo trafen sie sich zum Gottesdienst? Im Tempel und in den Häusern.
Die Gemeinde zählte bald mehr als 3000 Leute und später 5000 und dann war ihre Zahl grösser als sie zählen konnten. Sie hätten leicht eine grosse Kirche für sich bauen können. Warum taten sie das nicht?

1. Weil ihnen Jesus das nie gesagt und vorgelebt hatte.
2. Wenn sie eine grosse Versammlung hatten, versammelten sie sich in den Räumen des Tempels, solange das ging.
3. Ein eigenes Haus oder Synagoge bauen, wäre viel zu langsam gewesen. Das Wachstum ging so schnell!
4. Weil sie verfolgt wurden und in den Untergrund gehen mussten.
5. Weil viele arm waren und mittellos waren.

Für die ersten Christen gab es also keine Trennung zwischen Gemeindehäusern, in denen sich das Gemeindeleben abspielte, und Privathäusern, in denen das Alltagsleben stattfand. Die Gläubigen weihten Gott nicht nur ihr Leben, sondern auch ganz praktisch ihre Häuser. Die Gemeinde bestand aus vielen kleinen Hausgemeinden, in denen eine tiefe, authentische Gemeinschaft wie in einer Familie gelebt wurde.

Auch später bauten sie keine großen Kirchengebäude, in denen sich die Gläubigen eines Ortes hätten treffen können. Der größte und wichtigste Teil des Gemeindelebens spielte sich in den Hausgemeinden oder im Freien ab. Paulus erwähnte die Hausgemeinden in seinen Briefen immer wieder:
Römer 16,3-5: Grüsst Priszilla und Aquila … grüsst auch die Gemeinde in ihrem Haus.
Kolosser 4,15: Grüsst die Brüder in Laodizea, die Nympha und die Gemeinde in ihrem Haus.
Interessant ist die Beobachtung, dass Frauen in den Hausgemeinden eine wichtige Rolle als Gastgeberinnen und Briefempfänger bildeten und hier angesprochen werden.

Diese Hausgemeinde-Struktur ist ein wesentlicher Grund für das starke Wachstum in der Urgemeinde. Hier erlebten die ersten Christen immer wieder, dass sich Menschen für Jesus entschieden und zu Jüngern wurden. Wurden irgendwo neue Gläubige gefunden, konnte sofort mit Gottesdiensten im Haus begonnen werden. Es war unkompliziert, unendlich vervielfältigbar und billig.

Apostelgeschichte 2,42 zeigt: In den Privathäusern gab es Bibelstudium, Predigten, Gebet, gemeinsame Mahlzeiten, gemeinschaftliches Leben, Gebetsgemeinschaften, soziale Dienste, Gabensammlungen, kurz alles, was wir heute in Gemeindehäusern machen. Allerdings muss man wissen, dass manche dieser römischen Villen nicht nur ein grosses Wohnzimmer hatten, sondern Innenhöfe, in denen sich bis zu 100 Personen versammeln konnten.

Diese Hausgemeinden in der Urgemeinde hatten verschiedene gosse Vorteile:
◊ Die ersten Christen lebten in einer herzlichen Familien-Gemeinschaft, in der es problemlos möglich war, ständig Freunde einzuladen. Gastfreundschaft spielte in der damaligen Kultur eine grosse Rolle.
◊ Die liebevolle christliche Gemeinschaft machte es ihren Freunden leicht, sich für Jesus und die Gemeinde zu entscheiden. So etwas kannten Juden und Heiden nicht.
◊ Die Hausgemeinden waren der ideale Ort, um geistlich zu wachsen und zu lernen, den Glauben weiterzugeben. Jeder konnte sich mit seinen Gaben und Fähigkeiten einbringen. Die Versammlungen in den Heimen waren unkompliziert und nicht so formal.
◊ Die vielen kleinen Hausgemeinden bildeten unter sich ein Netz von Gruppen. Wenn eine Gemeinde zu groß wurde, wurde sie einfach geteilt. Dafür wurden ständig neue Leiter gebraucht, die in den Hausgemeinden ausgebildet wurden.
◊ In Zeiten der Verfolgung war die Gemeinde sehr flexibel. War es an einem Ort nicht mehr möglich, sich zu treffen, konnten sie sich einfach in anderen Häusern versammeln.
Die Dynamik dieser Hausgemeindebewegung war so gross, dass sie sich in kurzer Zeit im ganzen römischen Reich und noch weiter ausbreitete. Ich frage mich manchmal, wie es wäre, wenn wir es ihnen gleich tun würden und unser Geld und unsere Kraft nicht mehr in Unterhalt von Gebäuden und Strukturen, sondern in Menschen investieren würden. Es gibt tatsächlich Gemeinden die nur aus Hauskreisen bestehen. Adventistische Experimente in Deutschland sind bisher jedoch gescheitert. Offensichtlich hat die grosse Gottesdienst-Versammlung auch ihre Bedeutung. Aber davon reden wir ein anderes Mal.

Kleingruppen in der Kirchengeschichte
Als die Kirche im 4. Jahrhundert zur Staatskirche wurde, verschwanden die Hausgemeinden immer mehr. Stattdessen wurden mit Hilfe des Staates jetzt Basiliken oder Kirchen gebaut. Götzentempel wurden umfunktioniert und Stadthallen zu Gottesdiensthallen gestaltet. Die geistliche Autorität verlagerte sich Schritt für Schritt vom Hausvater und Laienprediger zum vollzeitlichen Bischof, der diese grossen Versammlungen leiten und bestimmen wollte.
Die Bischöfe hatten immer weniger Interesse daran hatten, dass die Gläubigen sich in ihren Heimen eigenständig geistlich ernährten. Das Machtstreben und der Zentralismus erstickten die Hauskreise. Das war eine der Ursachen für den geistlichen Verfall der Kirche.

Das ist bis heute ein Grund für Lauheit, Formalismus und Oberflächlichkeit. Wer nur die grosse Gottesdienstversammlung besucht, wird unweigerlich zum geistlichen Konsument.

Durch das ganze Mittelalters gab es jedoch immer wieder Gruppierungen wie die Waldenser und die Hussiten, die von der römisch-katholischen Kirche verfolgt wurden und gezwungen waren, ihren Glauben im Untergrund zu leben. Wie in der Urgemeinde, fanden ihre Treffen in privaten Heimen, in Höhlen und Wäldern statt. Die Hauskreise gaben ihnen geistliche Kraft und half ihnen, in schlimmen Zeiten der Verfolgung an ihrem Glauben festzuhalten.

Auch in den Erweckungsbewegungen während und nach der Reformation spielten kleine Gruppen in den Heimen eine entscheidende Rolle. Erweckungen wurden durch solche Kleingruppen ausgelöst oder verstärkt. Sie boten eine geistliche Umgebung, in der die Gläubigen ihren neu entfachten Glauben lebendig erhalten und die Bibel studieren konnten.

Leider wiederholte sich auch bei ihnen bald das Schicksal, das die Urgemeinde ereilt hatte. Je mehr die reformatorischen Kirchen zu Staatskirchen wurden, desto mehr verschob sich der Schwerpunkt des kirchlichen Lebens von den Gemeindegliedern in den Heimen auf hauptamtliche Geistliche in den grossen Versammlungen. Die Folge war immer wieder eine Erstarrung des Glaubens und geistlicher Verfall.

Ein erwähnenswertes Beispiel von gelungener Kleingruppenarbeit in der Kirchengeschichte sind die methodistischen Klassen, die von John Wesley gegründet wurden. Wenn er zu Tausenden Zuhörern in London gepredigt hatte, fasste er die Bekehrten und Interessierten in kleine Gruppen zusammen, sogenannte methodistische Klassen. Diese Gruppen bestanden gewöhnlich aus 10-12 Personen. Sie trafen sich wöchentlich und sprachen ganz offen über ihren Glauben, ihre Versuchungen und ihre Siege. Durch diese Kleingruppen erlebten die Gläubigen ein starkes geistliches Wachstum. Zu Wesleys Zeiten konnte niemand Methodist sein, ohne sich einer solchen Gruppe anzuschließen. Als die Methodisten später dieses Prinzip aufgaben, verloren sie ihre geistliche Kraft. Aus der lebendigen Bewegung wurde eine traditionelle Kirche.

Kleingruppen in der Adventgeschichte
Auch in den ersten Jahrzehnten der Adventgeschichte spielten die Gemeinschaftsversammlungen („social meetings“/„prayer meetings“) eine zentrale Rolle im Gemeindeleben. Hier sprach man über Erfahrungen und Anliegen, sang und betete miteinander und ermutigte sich gegenseitig. Damals gab es nur wenige Prediger, darum bestanden frühe adventistische Gottesdienste nicht wie heute aus Predigten, sondern meist nur aus Bibellesungen, Gebetsgemeinschaften, Singen und Erfahrungen.

Wichtige Impulse bekam die Adventgemeinde zu der Zeit, als Ellen White in Australien war (1891-1901). Sie half dort beim Aufbau der noch jungen Adventgemeinde mit. Als Ellen White 1891 nach Australien kam, gab es dort erst 700 Gemeindeglieder.

Während ihrer Zeit in Australien erfuhr Ellen White von einer besonderen Erweckung in den protestantischen Kirchen Melbournes. Die Pastoren in Melbourne und Umgebung trafen sich, um für einen geistlichen Aufbruch in ihren Gemeinden zu beten. Sie schöpften selbst so viel Kraft aus diesen Treffen, dass sie zu dem Schluss kamen, dass sich auch ihre Gemeindeglieder in Kleingruppen versammeln sollten, um die Bibel zu studieren, miteinander zu beten und Gemeinschaft zu haben. Daraufhin entstanden 2.000 Hauskreise in Melbourne. 1903 luden die Pastoren den amerikanischen Evangelisten R. A. Torrey ein, um evangelistische Vorträge in Melbourne zu halten. Das Ergebnis war eine außergewöhnliche Erweckung. In dieser Zeit inspirierte sie Gott zu einer wegweisenden Aussage.
„ Die Gründung kleiner Gruppen als Grundlage christlicher Tätigkeit ist mir von dem gezeigt worden, der nicht irren kann. Ist die Gemeinde größer, dann können die Glieder kleine Gruppen bilden und sich sowohl für Gemeindeglieder als auch für Ungläubige einsetzen. Befinden sich nur zwei oder drei Gläubige an einem Ort, dann können sie sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschließen.
… In christlicher Liebe sollten sie sich um die Menschen außerhalb der Herde bemühen und sich im Einsatz für andere selbst vergessen. Dienen und beten sie im Namen Christi, wird sich ihre Zahl vergrößern, denn der Heiland sagt: „Wo zwei unter euch eins werden auf Erden, warum es ist, dass sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren.“ (Matthäus 18,19)“ | Aus der Schatzkammer der Zeugnisse, Band 3, S. 71

Ellen White hat immer wieder deutlich gemacht, wie wichtig kleine Gruppen sind. Diese Kleingruppen waren für Ellen White keine Option unter vielen, sondern vielmehr tragende Grundlage der Gemeinde- und Missionsarbeit.

Die Auswirkungen der Hauskreise
In den 70er Jahren mussten die Missionare der Mennoniten Äthiopien wegen der politischen Situation verlassen. Sie hinterließen eine Gemeinde vom 5000 Gliedern. Als die Kommunisten an die Macht kamen, begann die Verfolgung. Die Mennoniten verloren ihre Gebäude und ihren ganzen Besitz. Die Leiter wurde ins Gefängnis geworfen. Den Gliedern wurden die Treffen untersagt. Die Gemeinde ging in den Untergrund und wurde zu einer Kleingruppenbewegung. 10 Jahre später, als die Kommunisten abgesetzt wurden, kam die Gemeinde zurück an die Öffentlichkeit. Die Mennoniten in Amerika waren über die Maßen erstaunt und glücklich, dass aus den 5000 Gliedern 50000 geworden waren. (Aus: Kurt Johnson „Small Groups for the Endtime“, p. 36) In China gab es eine ähnliche Entwicklung vor und nach dem Kommunismus. Kleingruppen sind die beste Vorbereitung der Gemeinde für schwierige Zeiten! Wir brauchen Kleingruppen für die Vorbereitung auf Jesu Wiederkunft!

Schaut man sich das Bild unserer weltweiten Adventgemeinde an, dann fällt auf, dass überall, wo die Gemeinde wächst, Hauskreise ein zentraler Baustein der Missionsstrategie ist. Und überall dort, wo die Gemeinde stagniert, lässt sich beobachten, dass die meisten Gemeindeglieder sich oft nur einmal die Woche zum Gottesdienst treffen und Uboot-Christen sind – sie tauchen unter der Woche ab und man sieht sie erst wieder am Sabbat!

Das Beispiel in Peru verdeutlicht sehr eindrucksvoll, wie sehr Hauskreise zum Gemeindewachstum beitragen können.
Im Jahr 1999 begann die Gemeinschaftsleitung, Hauskreise als Hauptbaustein ihrer Missionsstrategie zu forcieren. Vorher verließen ca. 50 Prozent aller Neugetauften die Gemeinde wieder. Durch die konsequente Gründung von Hauskreisen ist diese Rate auf 14% gesunken. Der Grund liegt auf der Hand. Die neuen Gemeindeglieder werden geistlich gestärkt, sie gewinnen feste Freunde in der Gemeinde und sie wurden selbst missionarisch aktiv.

Dazu kommt, das durch die Hauskreise in Peru mehr als doppelt so viele Menschen getauft werden als vorher. Im letzten Jahr waren es 50.000 Menschen. Zurzeit treffen sich etwa 13.000 Hauskreise in Peru, um gemeinsam die Bibel zu studieren, zu beten, Gemeinschaft zu haben und missionarisch tätig zu sein. Die Hauskreise sind nicht einfach ein Programmpunkt in der Woche. Sie sind zum Lebensstil der Geschwister geworden. Die Gemeindeleben hat sich dadurch verändert. Viel mehr Geschwister nehmen aktiv am Gemeindeleben teil und teilen ihren Glauben mit. Alle Gruppen werden durch Laienglieder geleitet, meistens sind es Frauen. Es gibt ein ausgefeiltes Ausbildungsprogramm für Kleingruppenleiter.

Die Hauskreise machen öffentliche Evangelisation nicht überflüssig. Im Gegenteil, sie werden dadurch erst richtig effektiv. Mark Finley wurde eingeladen eine kurze Ernteevangelisation in Peru durchzuführen. Etwa 10.000 Menschen wurden daraufhin getauft. Ein eindeutiges Resultat der Hauskreise.

Und bei uns? Für die meisten von uns spielt sich ein Großteil des Gemeindelebens im Gemeindegebäude ab, während das Privatleben dann zu Hause stattfindet. Wie wir gesehen haben, gab es diese künstliche Zweiteilung in der Urgemeinde nicht. Die frühen Christen haben Jesus ihre Heime geweiht und erlebt, wie in ihren vier Wänden Menschen zu Jesus fanden. Ihre eigenen Kinder erlebten all das mit und gewannen Jesus und die Gemeinde dadurch ebenfalls lieb.

Natürlich macht es Arbeit, wenn man sein Zuhause für aussenstehende Menschen öffnet. Aber was ist das im Vergleich zu dem Segen, den wir selbst dadurch erfahren! Was wir brauchen, ist nicht so sehr eine neue Methode, sondern ein gründliches Umdenken – eine Reformation. Jesus sucht auch heute in unseren Gemeinden Menschen, die Gott nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Wohnung, ihr Heim und einen Abend unter der Woche weihen.

Bist du bereit, Jesus zu sagen: „Herr, ich weihe dir mein Heim und bitte dich, dass du es zu einem Ort machst, wo Menschen dich kennenlernen“? Möchtest du dieses Gebet sprechen?

AZ 25.1.2015
Hauskreis- Umfrage
Bitte kreuze an, was für dich zutrifft und gib den Zettel am Ende des Tages an den Prediger oder Gemeindeleiter ab:
O Ich habe noch nie einen Hauskreis/Bibelkreis/Gebetskreis besucht.
O Ich besuche gegenwärtig keinen Hauskreis. Warum?
O Weil ich keine Zeit habe.
O Weil es mir nicht so wichtig ist.
O Weil ich mich da nicht wohl fühle.
O weil ich keinen Kreis kenne, den ich besuchen könnte.
O Anderes___________________________________
O Ich würde gern einen Hauskreis besuchen
O Ich würde gern einen Hauskreis bei mir willkommen heissen.
O Ich würde gern lernen, einen Hauskreis zu leiten.
O Ich beteilige mich schon und möchte lernen, ihn besser zu gestalten.
O Ich habe schon jemanden zu einem Hauskreis eingeladen.
O Jemand wurde schon durch unseren Hauskreis bekehrt und getauft.
Welche Schwerpunkte hat dein Kreis?
O Bibelstudium O Persönlichen Austausch
O Mission O Gebet
O Seelsorge O Anderes___________________
Wie oft trefft ihr euch? O Jede Woche / Alle 14 Tage / weniger______
O Ich bin überzeugt, dass Hauskreise für unsere Gemeinde sehr wichtig sind.
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